Der Muscat International Airport ist der größte und meiste frequentierte der 17 bestehenden Flughäfen des Sultanats Oman. Der Flughafen befindet sich etwa 30 km außerhalb der Hauptstadt Muscat, nahe der Fischerstadt Seeb.

Das Drehkreuz im Osten der arabischen Halbinsel wird hauptsächlich für zivile Zwecke genutzt. Die osmanische Armee nutzt die Anlagen ebenso, verfügt aber über separate Einrichtungen und Zufahrtswege. Das generelle Management des Muscat International Airports unterliegt der OAMC, der Oman Airports Management Company. Die OAMC ist verantwortlich für die gesamte Infrastruktur des Flughafens und deren Entwicklung.

Jegliche Bodenverkehrsdienste sowie die Betriebsflächeninstandhaltung und die Passagier- und Frachtabfertigung hat die nationale Fluggesellschaft Oman Air übernommen. Insgesamt verlassen 27 Fluggesellschaften der Hub am Golf von Oman. 45% aller Starts-und Landungen werden von Oman Air durchgeführt. Insgesamt bietet der Flughafen 56 Destinationen. Dubai ist das meist angeflogene Ziel. Der Muscat International Airport befindet sich auf Platz 10 der am schnellsten wachsenden Flughäfen der Welt, mit einem Zuwachs von etwa 30% gegenüber dem Vorjahr von 4,5 Millionen im Jahr 2009 auf derzeit 5,7 Millionen Gästen. Die Modernisierung des Flughafens schafft eine Erweiterung von derzeit 6 Millionen Passagieren pro Jahr, auf 12 Millionen im Jahre 2014. Es besteht die Option in drei weiteren Bauabschnitten den Flughafen auf eine Kapazität von 48 Millionen Passagieren zu erweitern.

Historie

Die Geschichte der Luftfahrt im Oman geht zurück ins Jahr 1929. Der damalige Bait Al Flaj Flughafen diente hauptsächlich militärischen Zwecken, sowie als Umschlagplatz für die Petroleum Development Company. Der Flughafen war der erste geringfügig ausgestattete, aber zumindest asphaltierte im Sultanat. In den Sechzigern begann Gulf Air, als erste nationale Fluggesellschaft, die Nutzung des Rollfelds. Als 1970 der nach wie vor herrschende Sultan Qaboos bin Said an die Macht kam, führte dieser umfangreiche ökonomische Reformen ein. Davon profitierten neben dem Bildungs- und Gesundheitssystem, ebenso der Tourismus und damit einhergehende Wirtschaftszweige wie der Luftverkehr. Im Rahmen des Aufschwungs wurde mit dem Ausbau des damaligen Seeb International Airports begonnen, um das erwartete Passager- und Frachtaufkommen schultern zu können. Am Ende des ersten Jahres der Inbetriebnahme 1974 wurden bereits etwa 87200 Passagiere abgefertigt. In den folgenden Jahren wurden die Ankunfts- und Abflughallen, sowie der Transitbereich erweitert und renoviert. Seit 1993 verrichtet die heutige Nationalgesellschaft Oman Air kommerzielle Passagierflüge und der Flughafen Muscat avancierte zum Hub der osmanischen Luftverkehrsgesellschaft. Im Februar 2008 wurde der Name des Flughafens von Seeb International Airport in Muscat International Airport geändert, um der Bedeutung der Hauptstadt des Sultanats Oman gerecht zu werden.

Lage des Flughafen


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Infrastruktur

Derzeit verfügt der Muscat International Airport über eine mangelnde infrastrukturelle Anbindung. Das liegt vor allem an dem generell wenig erschlossenem Straßennetz und der Tatsache, dass keinerlei Passagierzüge verkehren. Die Flugbetriebsflächen selber werden momentan an die Kapazitätserweiterung angepasst.

  • Verkehrsanbindung

Das Gelände des Flughafens ist direkt an die Hauptverkehrstrasse des Sultanats angeschlossen. Das Landesbusfahrtunternehmen „Oman National Transport Company“ hat den Flughafen nicht in sein Streckennetz aufgenommen. An- und Weiterreise ist daher derzeit nur mit Sammel- oder Einzeltaxis möglich. Die Hauptstadt Muskat ist eine zwanzig minütige Autofahrt entfernt. In der Ankunftshalle befinden sich ebenso einige Mietwagengesellschaften. Derzeit bietet der Flughafen insgesamt 1542 kostenpflichtige Lang- und Kurzzeitparkplätze, aufgeteilt in drei verschieden Bereiche und einem zusätzlichen VIP-Bereich. Die Stundentarife sind an den Parkautomaten zu entrichten.

  • Terminalbereich

Der Flughafen bestand ursprünglich lediglich aus einem Abfertigungsgebäude, welches sich über zwei Ebenen erstreckte und in Ankunfts- und Abflugbereich aufgeteilt war. Der Flughafen verfügt über ein Fracht-Terminal, sowie ein separates VIP-Gebäude. Seit der Modernisierung im Jahre 2008 verfügt das Passagierterminal über eine voll automatische Gepäckverteilstation. An das Abflugterminal schließt seit 2009 ein weiterer Pier an. Dieses befindet sich auf einer Fläche von 17.000 m² und bietet Platz für 3000 Reisende. Ebenso verfügt das neue Pier über acht Busparkstation, wodurch 160 Passagieren der Transport zu den Flugzeugen ermöglicht werden kann. Im Gesamtterminalbereich befinden sich 17 Flugsteige und 58 Check-In Schalter. Es existieren keine Fluggastbrücken, daher müssen die Passagiere zu Fuß oder per Bus an ihr Flugzeug gelangen. Der Abfertigungsbereich misst derzeit eine Fläche von 340.000 m². Im arabisch gestalteten landseitigen Bereichen finden sich alle gängigen Serviceeinrichtungen für Reisende. Drahtlose Netzwerke sind ebenso vorhanden wie ein modernes Anzeigensystem zur Fluggastinformation. Die Mindestübergangszeit internationaler Fluge beträgt 60 Minuten, die für Inlandsflüge beträgt dagegen 90 Minuten.

  • Flugbetriebsflächen

Der Flughafen Muscat besitzt eine asphaltierte Start- und Landebahn, sowie eine kurze begrünte Bahn. Der Haupt-Runway in südlicher Ausrichtung ist 3.548 Meter lang und 45 Meter breit. Derzeit ist die Beton-Bahn 08/26 darauf ausgelegt Flugzeuge der maximalen Größe eines AIRBUS 340, beziehungsweise einer Boeing 777 aufzunehmen. Das Einbahnsystem ermöglichte 67.160 Flugbewegungen im Jahre 2010 in der zivilen Luftfahrt und 96.390 Tonnen Fracht im Bereich Cargo. Zudem verfügt der Flughafen ein Instrumenten-Landesystem der Kategorie I.

Zahlen und Fakten

Der Hauptflughafen des Sultanats Oman mit dem IATA Ländercode MCT erstreckt sich über eine Fläche von etwa 400 Hektar und liegt etwa 15 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist damit etwa so groß wie der Englische Garten in München. Der Flughafen verzeichnet 635 Abflüge pro Woche. 13 der 56 angeflogenen Flughäfen liegen in Indien. Lediglich zwei inländische Ziele werden angeflogen. Dies bestätigen auch die Zahlen, 94,8 % aller Flüge sind international, knappe fünf Prozent sind inländisch. Das am weitesten entfernte Direktziel ist London Heathrow mit einer Entfernung von 5.840 km, durchgeführt von American Airlines. Das nächste Ziel, angeflogen von Oman Air, ist die osmanische Stadt Al Ain mit einer Distanz von 282 km. Aufgrund des enormen Wachstums des arabischen Raums der letzten zehn Jahre verzeichnet Muscat einen Zuwachs von circa 110% beim Passagieraufkommen und 90% bei den Flugbewegungen. Im gesamten arabischen Raum sind Infrastrukturerweiterungen für bis zu 300 Mio. Gäste pro Jahr bis 2015 geplant. Dies ist gemessen an den derzeitigen Steigerungsraten und setzt ein stetiges zweistelliges Wachstum vorraus.


Muscat International Airport


gegründet
1972
Passagiere Mio.
5.7 Mio.
IATA-Code
MCT
Flugbewegungen Tsd. 67.160
Flughafengesellschaft
Oman Airports Management Company OAMC
Luftfracht Tsd. T. 96.390
Fläche
400 Hektar
Umsatz Gesamt
k.A
Höhe uber NN
15 m
Umsatz Aviation k.A
Entfernung Stadt
32 km
Umsatz Non-Aviation k.A
Betriebszeiten
24 h
Ergebnis 439 (OAMC)
Terminals
1 für insg. 6.5 Mio. Pax


Entwicklung

Die Modernisierung des Muscat International Airport ist das größte vom Oman jemals unternommene infrastrukturelle Projekt. Der finanzielle Wert beträgt 1,2 Millarden US$. Die OAMC ist mit dem Ausbau und der Modernisierung des Muscat International Airports sowie dem Salalah Airport im Süden des Landes beauftragt. Dies beinhaltet unter anderem die Verbesserung des Anschlusses an die bestehende Infrastruktur, sowie die Schaffung von zusätzlichen 6000 Parkplätzen. An das bereits bestehende Abfertigungsgebäude werden neue Piere angeschlossen, ausgerichtet gen Süd, West und Nord. Die Fläche des Abfertigungsbereichs steigt damit auf 334.995 m². Die Kapazitätserweiterung verlangt eine Aufstockung der Check-In Schalter auf 86, zusätzlich zu 20 Self Check-In Kiosken, sowie 29 Flugsteigen. Im Norden der jetzigen Bahn entsteht eine Parallelbahn der Länge 4000 Meter und Breite 60 Meter. Die bestehende Start- und Landebahn wird ebenfalls auf diese Maße angeglichen um den A380 aufzunehmen zu können. Dazu sind 30 Parkpositionen für die Maschinen geplant. Zu den technischen Neuerungen zählt ein Instrumenten-Landesystem CAT II und ein automatisiertes Tanksystem. Zusätzlich zur Feuerstation für den südlichen Runway, entsteht eigens eine für die neue nördliche Landebahn, sowie ein neuer 97 Meter hoher Kontrollturm. Das Frachtterminal wird auf eine Kapazität von 260.000 Tonnen Fracht pro Jahr erweitert und der Catering-Bereich modernisiert. Zuletzt ist der Bau eines Hotels mit einer Kapazität von 90 Betten geplant.

Weiterführende Informationen

Rothfischer B., Das große Buch der Verkehrsflughäfen, München 2010
Rothfischer B., Flughäfen der Welt, München 2007
www.omanairports.com
www.airports.org
www.centreforaviation.com
www.cowi.com
www.arabiansupplychain.com

Autor: Julia Berger