Mit einer Fläche von 690ha ist der Flughafen Bogota (BOG) in Kolumbien der größte und wichtigste des Landes. Er befindet sich ca. 8km nordöstlich der Stadt auf einer Höhe von 2600m über dem Meeresspiegel. Der kolumbianische Luftverkehr entwickelt sich rasant. Durch die schlechte Straßeninfrastruktur in Kolumbien, wird der Flughafen mit Hilfe der wachsenden Anzahl von Billigairlines im nationalen Bereich immer wichtiger.

Die Menschen nutzen vermehrt das Verkehrsmittel Flugzeug anstelle des üblichen Transports durch die Busgesellschaften. Aber auch durch die gute Lage zwischen Nord- und Südamerika kann der Standort optimal genutzt und somit die internationalen Verbindungen weiter ausgebaut werden. Zudem entsteht durch die wirtschaftliche Entwicklung ein großes Potenzial als Frachtflughafen, besonders im Bereich von hochwertiger Fracht der Informationstechnologie, die durch den wirtschaftlichen Erfolg entsteht. Hinzu kommt, dass Kolumbien der weltweit größte Hersteller von Schnittblumen ist. Problematisch sind bei dieser Entwicklung die Kapazitäten des Flughafens. Der Flughafen stammt aus einer Zeit der wirtschaftlichen und politischen Isolation. Kolumbien war damals vor allem für die Drogenkartelle bekannt, heute konnte die Sicherheit in den meisten Teilen der Städte jedoch wieder hergestellt  werden, sodass auch das Passagieraufkommen durch den Tourismus wächst.

Lage des Flughafens


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Historie

Der Grundstein für den „Aeropuerto Internacional Eldorado“ wurde 1955 gelegt, um 1959 schließlich  das erste Terminal „Eldorado“ zu eröffnen. Seitdem wurde es mehrfach erweitert, vor allem um die Piers in Richtung Vorfeld. Das neuere Terminal „Puente Aero“ wurde 1981 von der ansässigen Fluggesellschaft Avianca eröffnet und diente vor allem für Flüge nach New York und Miami, sowie für nationale Verbindungen. Die zweite Start- und Landebahn wurde 1998 in Betrieb genommen. Allgemein ist der Flughafen heute aber stark veraltet. In den letzten Jahren konnte der Flughafen ein immenses Passagierwachstum aufweisen. Alleine 2009 konnte ein Wachstum von 30% und 2010 eines von 40% verzeichnet werden. Damit entstanden aber auch die aktuellen Probleme. Der Flughafen hat zu geringe Kapazitäten um die Passagiere abzufertigen. Am 14. Juli 2012 soll ein drittes Terminal in erster Ausbaustufe eröffnet werden, indem zunächst alle internationalen Flüge abgefertigt werden. Das alte Terminal soll dann für die nationalen Flüge zur Verfügung stehen und 2 Jahre später ebenfalls erneuert werden, aber trotz allem wird der Flughafen wohl auch nach dem Ausbau noch zu klein sein, denn Bogota soll als Drehkreuz zwischen Nord- und Südamerika weiter ausgebaut werden. Ziel ist die Rückkehr auf die internationale Bühne. Und durch das steigende Vertrauen der Investoren in die Wirtschaft, sowie neuen Konzepten der Airlines wird es wohl schon bald zu einem weiteren Boom des kolumbianischen Luftverkehrs kommen.

Infrastruktur

Die Infrastrukur des Flughafens stellt sich als problematisch dar. Zu geringe Kapazitäten, schlechte Verkehrsanbindung und steigende Flugaufkommen sorgen für schlechte Voraussetzungen.

▪ Verkehrsanbindung

Der Flughafen Bogota befindet sich direkt an einer Schnellstraße mit einem großen Kreisverkehr direkt an der Flughafenabfahrt. Die Straße stellt jedoch auch eine sehr wichtige Anbindung für die Bewohner nahe gelegener Wohngebiete im Norden und Süden des Flughafens dar, diese umfassen jeweils mehr als 1 Mio. Einwohner, welche die Straße benutzen. Zudem wird der Flughafen ebenfalls vom Militär genutzt, sodass die Zufahrt auch von Angehörigen der Luftwaffe und Flugschülern des Militärs stark frequentiert wird. Die Anbindung selber ist also potenziell gut, allerdings wird sie durch die hohe Frequentierung schon durch Personen, die nicht zum Flughafen wollen, so stark genutzt, sodass die Zufahrt insgesamt als Nadelöhr mit hohem Stauaufkommen bezeichnet werden kann. Eine weitere Möglichkeit zur Anreise stellt der Schienenverkehr dar, allerdings befindet sich der Bahnhof in ca. 14km Entfernung zum Flughafen. Auch in diesem Fall muss wieder auf den Straßenverkehr zurückgegriffen und die restliche Strecke per Taxi überwunden werden. Für die Zukunft streben die Flughafenbetreiber eine S-Bahn-Anbindung an, allerdings handelt es sich dabei noch um eine Vision ohne konkrete Pläne.

Terminalbereich

In den Terminals, die mit Shuttlebussen miteinander verbunden sind, gibt es ein vielzähliges Angebot an Restaurants, Cafés, Duty-Free Läden, Lounges und Konferenzräumen. Kostenloser W-Lan Empfang ist ebenfalls vorhanden. Allerdings ist das Bild des Flughafens dennoch von langen Schlangen und überfüllten Warteräumen, vor allem bei Langstreckenflügen, geprägt. Zu spitzen Zeiten müssen 18 Flüge bei nur 9 Gates abgefertigt werden. Die Kapazitäten der Terminals sind einfach nicht ausreichend. Auch nach dem geplanten Ausbau zum Sommer 2012 werden diese noch zu klein sein und das, obwohl genügend Platz für eine Erweiterung vorhanden ist. Interessenskonflikte verhindern eine weitere Vergrößerung: Der Flughafenbetreiber Opain muss nach der Konzession das neue Terminal bauen, deren Vertrag läuft aber nur noch 16 Jahre, in denen sich die Investition nicht amortisieren würde. Das Recht zum Bau abzutreten stellt auch keine Option dar, da die Angst besteht das Passagiere dann in den eigenen Terminals fehlen könnten

▪ Flugbetriebsflächen

Auch die Flugbetriebsflächen sind zu klein. Besonders das Vorfeld stellt dabei ein Problem dar. Es gibt zu wenige Stellflächen, sodass Passagierzustiege sogar auf die zusätzlich eingerichteten Positionen vor den Wartungshangars verlegt werden. Die Start- und Landebahnen sind mit 3.800m lang genug für Langstreckenflüge, aber die Südbahn ist nachts aus Lärmschutzgründen geschlossen. Flugzeuge die dann starten, müssen bei jedem Wind von der Nordbahn in Richtung Westen abheben. Auf dieser kommt es schon jetzt häufig zu Verspätungen. Eine Erleichterung wäre die Verlagerung oder Verkleinerung der Fläche die vom Militär genutzt wird. Es gäbe dann mehr Platz für Flugzeuge und auch eine verbesserte Straßenverkehrssituation.

Zahlen und Fakten

Mit 20,3 Mio. Passagieren konnte der Flughafen Bogota 2011 ein Wachstum von 7% zum Vorjahr erreichen. In Bogota werden 49% aller kolumbianischen Passagierflüge durchgeführt. Dies entspricht 76% aller internationalen und 43% der nationalen Flüge. Im Bereich Fracht steigt die Zahl noch. 68,5% der gesamten Fracht wird in Bogota transportiert. Insgesamt 84% der internationalen Transporte im Frachtgeschäft laufen hier ab. Die beiden Bereiche Fracht- und Passagiertransport beanspruchen 88% des Flughafens. Zu 8% wird dieser vom Militär genutzt und zu 4% für Sonstiges. Bei der 24 stündigen Betriebszeit gibt es eine Einschränkung, denn die Start- und Landebahn Nord ist zwischen 22 und 6 Uhr aus Lärmschutzgründen geschlossen, sodass der Flughafen zu Nachtzeiten nur eingeschränkten Betrieb anbieten kann.

Flughafen Bogota

gegründet 1959  Passagiere 20,3 Mio 
IATA-Code BOG  Flugbewegungen 267.000 
Flughafengesellschaft Opain S.A.  Luftfracht in Tonnen 617.000 
Fläche 690ha  Umsatz Gesamt k.A. 
Höhe uber NN 2.600  Umsatz Aviation k.A. 
Entfernung Stadt 8km  Umsatz Non-Aviation k.A. 
Betriebszeiten 24h  Ergebnis k.A.
Start- und Landebahnen

13R/31L

13L/31R

Anzahl Mitarbeiter k.A.   
Terminals

2, ab 7/12 3

   

Weiterführende Informationen

Plath D., Bogota El Dorado - Endlich mehr Platz, in: Aero International, 2/2012, S. 28 - 33

www.aero.de

www.avianca.com

www.bogota-dc.com/trans/aviones

Statistik zu kolumbianischen Flughäfen 2011, Stand: 09.05.12

http://www.aerocivil.gov.co/AAeronautica/Estadisticas/TAereo/EOperacionales/Documents/TRANSPORTE%20AÉREO%20-%20CIFRAS%20DE%202011.pdf

Autor: Stephanie Heil