„Sawasdee" auf dem Flughafen Suvarnabhumi International, dem neuen internationalen Flughafen Bangkoks. König Bhumibol taufte den Flughafen auf den Namen Suvarnabhumi, was übersetzt das „goldene Land" bedeutet, ein traditioneller Name der Region Thailand-Kambodscha-Laos-Burma. Der Flughafen bezeichnet sich selbst als „Airport of smile", was sich in der Vision widerspiegelt. Er ist ein internationaler Großflughafen in der Provinz Samut Prakan, ca. 25 km östlich von Bangkok.

Ziel der königlichen Regierung ist es, Thailand zu dem Drehkreuz in Südostasien zu machen. Suvarnabhumi ist ein sehr moderner, riesiger Flughafen, mit enormen Ausmaßen. Die riesigen Hangars sehen aus wie überdimensionale Zelte und der Flughafen setzt durch seine Stahl-/Glaskonstruktion neue Akzente. Unterhalb der Konstruktion erwartet die Gäste modernste Technik, in Form von Videoleinwänden und Werbeflächen, sowie Kunstgegenstände. Man befindet sich in einer eigenen Welt. Mit über 42 Millionen abgefertigten Passagieren im Jahr 2010 gehört der Flughafen zu den größten in Asien und im weltweiten Vergleich belegt er Platz 17. Laut Skytrax zählt er ausserdem zu den besten Flughäfen der Welt. Jede große internationale Fluggesellschaft ist am Suvarnabhumi vertreten. Thai Airways Int., Thai Air Asia und Bangkok Airways haben hier ihre Drehkreuze. Momentan bieten 86 Fluggesellschaften Flüge vom oder zum Flughafen Suvarnabhumi an. Schwester-Flughäfen sind der Flughafen München, Incheon, Narita und Beijing.

Lage des Flughafens


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Historie

Bereits 1973 wurde das Grundstück des heutigen Flughafens von der Regierung erworben. Erste Planungen für das Projekt begannen schon sehr früh, doch als der Flughafen Don Mueang Anfang der 90er Jahre an seine Auslastungsgrenze kam, wurden die Planungen konkret, denn ein Ausbau des alten Flughafens war aufgrund der geographischen Lage nicht möglich. Den ausgeschriebenen Wettbewerb für die Vergabe des Projekts sicherten sich die Architekten Murphy und Jahn. Aufgrund politischer und wirtschaftlicher Krisen verzögerte sich das Projekt immer und immer wieder. Einige Stellen bezeichneten den Bau als das am längsten dauernde Flughafenprojekt der Welt. Im Januar 2002 konnte dann endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden.  Die thailändische Regierung erhoffte sich durch den Bau die Schaffung eines Wahrzeichens für das wirtschaftlich aufstrebende Thailand und die Stadt Bangkok und nahm deshalb auch Baukosten in Höhe von 120 Milliarden Baht (heute umgerechnet ca. 3 Mrd. €) auf sich. Ein Grund für diese Kosten ist die Lage des Flughafens. Er befindet sich in einem sehr feuchten Gelände und nur ca. 2 m über dem Meeresspiegel. Im September 2006 wurde dann nach über 4 ½ Jahren Bauzeit der Flugbetrieb aufgenommen. Der Flughafen Suvarnabhumi ist damit einer der modernsten Flughäfen Asiens. Der alte Flughafen Don Mueang wird heute als Regional- und Ausweichflughafen bei Notfällen benutzt. Seit Eröffnung musste der Flughafen Suvarnabhumi immer wieder mit Pannen umgehen. Neben baulichen Problemen und Reparaturaufgaben, die zu enormen Verspätungen und Ausfällen sorgten, legten im Zuge von Protesten der Krise in Thailand im Jahr 2008 Protestanten den Flughafen für 9 Tage außer Gefecht.

Infrastruktur

▪ Verkehrsanbindung

Der Flughafen verfügt über 5 Anbindungen an das Straßennetz. Die Wichtigste ist der Bangkok-Chon Buri Motorway. Für ausreichend Parkmöglichkeiten sorgt mit einer Kapazität von über 6000 Parkplätzen eine große Anzahl an Parkhäusern. Desweiteren verbinden ungefähr 10 Buslinien den Flughafen mit dem Zentrum und nahegelegenen Orten. Außerhalb der Ankunftshalle befindet sich ein Taxistand. In circa 1 Stunde und für umgerechnet ca. 10 € gelangt man so ins Zentrum von Bangkok. Eine Anbindung an das Schienennetz erfolgt durch die Suvarnabhumi Airport Rails. Diese bestehen aus 3 verschiedenen Linien mit unterschiedlicher Fahrdauer, sowie Halt- und Endpunkten. Ein Zugticket kostet zwischen 40 Cent und 4 Euro (Schnellzug). Als Alternative kann man sich am Flughafen ein Mietfahrzeug ausleihen.

▪ Terminalbereich

Mit rund einer halben Millionen Quadratmetern Fläche gehört das Terminal des Flughafens zu den größten der Welt. Es ist unterteilt in das reine Passagierterminal und die Wartungshallen. Im circa 180.000 Quadratmeter großen Passagierterminal befinden sich  360 Check-In Schalter, 100 Check-In Automaten, 22 Gepäckbänder, 34 Zollkontroll- und ca. 200 Passkontrollschalter. Desweiteren verfügt es über ca. 100 Aufzüge, 100 Laufbänder und 80 Rolltreppen. Das ganze verteilt sich auf 7 Stockwerke. Neben den allgemeinen Einrichtungen, gibt es eine Vielzahl von Restaurants, Shops und gemütlichen Wartebereichen. In diesem Bereich werden nationale, sowie internationale Passagiere abgefertigt. Die Gesamtfläche des Flughafengeländes beträgt 32 Mio. m2.  Auf dem Gelände des Flughafens befindet sich zusätzlich das Novotel Suvarnabhumi Bangkok, ein 4 Sterne Hotel mit 612 Zimmern. König Bhumibol bekommt hier sein eigenes „Kings-Terminal". Am königlichen Gate können gleichzeitig zwei Jumbo-Jets andocken.

▪ Flugbetriebsflächen

Der Kontrollturm des Flughafens ist mit einer Höhe von über 130 Metern, einer der höchsten der Welt. Er wurde mit der modernsten Technik ausgestattet. Darunter Navigationssysteme und ein Instrumentenlandessystem. Auf den beiden parallel verlaufenden Start-/ Landebahnen können pro Stunde ca. 76 Flugbewegungen ermöglicht werden. Die beiden Bahnen sind je 60 Meter breit und 4.000m bzw. 3.700m lang. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, gibt es zusätzlich zwei parallele Zubringerbahnen und 52 Rollbahnen. Der Flughafen verfügt über 120 Parkmöglichkeiten für Flugzeuge. 51 davon sind feste Flugsteige mit direktem Kontakt zum Terminal. 5 Flugsteige sind für den Airbus A380 ausgebaut. Die 51 festen Flugsteige sind kreuzförmig angelegt. Alle zusammen ermöglichen eine Abfertigung von 45 Mio. Fluggästen und 3 Mio. Tonnen Fracht pro Jahr.

Zahlen und Fakten

Der 2006 eröffnete Flughafen Suvarnabhumi übernahm den IATA-Code BKK vom damaligen Flughafen Don Mueang. Dieser Flughafen läuft jetzt unter dem Code DMK. Beide Flughäfen werden von der Flughafengesellschaft Airports of Thailand Ltd. betrieben. Suvarnabhumi hat eine Betriebszeit von 24 Stunden pro Tag und kann somit gut für internationale Flüge genutzt werden. Die beiden Start-/ Landebahnen laufen parallel zueinander und umschließen das eine Terminal. Es gibt bereits Pläne zur Erweiterung des Flughafens auf 4 Start-/ Landebahnen und 2 Terminals. Momentan besitzt der Flughafen eine Kapazität von 45 Millionen Passagieren und einen möglichen Frachtumschlag von 3 Millionen Tonnen pro Jahr. Durch den Ausbau soll dies auf 80-100 Mio. Passagiere und 6,4 Millionen Tonnen erhöht werden. Mit 42,5 Mio. Passagieren erreichte der Flughafen im Jahr 2010 knapp die Grenze der Passagierabfertigung. Im Frachtumschlag ist mit knapp über 1,27 Mio. Tonnen noch Potential vorhanden. Mit über 260.000 Flugbewegungen im Jahr 2010 erzielte der Flughafen einen Aviation Umsatz von 351,2 Mio. €. Durch zusätzlichen Umsatz aus dem Non-Aviation Bereich, erzielte der Flughafen einen Gesamtumsatz von 586 Mio. € und konnte daraus ein positives Ergebnis von 57,3 Mio. € Gewinn generieren. Durch den zusätzlichen Ausbau und die Entwicklung der Region Asien und Ozeanien, wird dem Flughafen eine rosige Zukunft prophezeit.

Flughafen Bangkok

gegründet 2006  Passagiere 42,5 
IATA-Code BKK  Flugbewegungen 261.782 
Flughafengesellschaft Airports of Thailand Ltd.  Luftfracht in Tonnen 1.273.504 
Fläche 3200 ha  Umsatz Gesamt 586 Mio. € 
Höhe über NN 2 m  Umsatz Aviation 351 Mio. € 
Entfernung Bangkok ca. 25 km  Umsatz Non-Aviation 235 Mio. € 
Betriebszeiten 24 h  Ergebnis 57,3 Mio. €
Start- und Landebahnen 01R/19L 4000m x 60m
01L/19R 3700m x 60m
Anzahl Mitarbeiter 2625   
Terminals 1
Gates  120 

Weiterführende Informationen

http://www.thailand-ticket.de/airport-thailand/
http://www.suvarnabhumiairport.com
http://www.airportthai.co.th/
http://www.bangkokairportonline.com
http://issuu.com/ar.airportthai/docs/20120508-aor-ar2011-en

Rothfischer B., Große Verkehrsflughäfen, München 2011
Rothfischer B., Flughäfen der Welt, München 2011

Autor: Stefan Schösser