Das Terminal fungiert als Bindeglied zwischen der Land- und Luftseite eines Flughafens. Generell wird zwischen Passager- und Luftfrachtterminal unterschieden. Ein Passagierterminal enthält alle notwendigen Einrichtungen zur Abfertigung von Passagieren und ihrem Gepäck. Zudem beheimatet der Terminalbereich auch die Flughafenstationen der Fluggesellschaften und Bodenverkehrsdienste. Das sogenannte General Aviation Terminal (GAT) ist ein spezielles Terminal, das der Abfertigung von Privatflugzeugen, die nicht zum planmäßigen Linien- und Charterverkehr zählen, dient. Frachtterminals und Luftpostzentren sind Logistikanlagen, die zur Abfertigung jeglicher Art von Frachtgütern und Postsendungen ausgelegt.

Passagierterminals

Zur Erfüllung der Abfertigungsfunktion beherbergen Passagierterminals die zur Ticketausstellung, Dokumentation, Verwaltung und Kontrolle von Passagieren und Gepäck notwendigen Kapazitäten. Das Passagierterminal besteht aus zwei Bereichen die durch Zoll- und Passkontrollen voneinander getrennt sind. Alle Passagiere und das fliegende Personal müssen vor dem Boarding diese Schranken passieren.

Im öffentlichen Teil erfolgen die Ticketabgabe, die Platzreservierung, die Gepäckaufgabe und die Sicherheitskontrolle. Da hier oft Wartezweiten entstehen und auch Besucher und Angehörige Zutritt haben, wird eine Vielzahl von Serviceeinrichtungen angeboten. Im nichtöffentlichen Bereich betreten international Reisende die Duty-free-Zone, in der ein zollfreier Einkauf möglich ist. Das Terminal wird nach dem Aufruf zum Boarding über das jeweilige Gate verlassen.

Terminalkonzepte

Es gibt verschiedene Passagierterminal-Konzepte, die sich durch die Zuordnung der Flugzeugabstellposition, der Verknüpfung zwischen den Terminalgebäuden und die Anbindung an das Zentralgebäude. Die Wahl des Terminalkonzepts wird von folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Ausmaße der frei verfügbaren Fläche
  • Lage im Umland
  • Position zum Start- und Landesystem
  • Möglichkeit der landseitigen Anbindung
  • Charakteristika der Verkehrsstruktur, sprich vom Flugzeug- und Flottenmix
  • Verkehrsaufkommen
  • Art der Verkehre, sprich Linienflug, Ferienflug, Billigflug
  • Sicherheit
  • Nutzungsausprägung des Flughafens – Hubflughafen, Quell- oder Zielflughafen, Sonderflughafen
  • Kundengruppen und deren Ansprüchen

 

Linearkonzept

Quelle der Graphiken: Mensen H., Planung, Anlage und Betrieb von Flugplätzen, 2. Auflage, Berlin, Heidelberg, 2013

Beim Linearkonzept befindet sich auf der landseitigen Terminalfront die Straßenanbindung mit dem Vorfahrtsbereich. Auf der Luftseite werden die Flugzeuge in einer Reihe unmittelbar am Terminal angedockt. Ziel dieses Konzepts ist es die Laufwege von der Ankunft des Passagiers am Flughafen bis zum Besteigen des Flugzeugs so kurz wie möglich zu halten. Es eignet sich vor allem für Quell-, Ziel- und Saisonflughäfen, sprich für hybride oder Billig-Flughäfen. Für Hubs eignet sich dieses Konzept nicht da es für Umsteigepassagiere mit langen Laufwegen verbunden ist.

Finger-/Pierkonzept

 

Dieses Terminalkonzept ist in den USA und in Europa am weitesten verbreitet. Bei diesem Konzept sind die Gate-Bereiche vom Hauptbereich getrennt. Somit parken die Flugzeuge nicht direkt an der luftseitigen Front der Terminalgebäude. Bei diesem Konzept wird auch bei einer geringen Standortfläche die Anzahl der Parkpositionen erhöht.

Vorteil dieses Konzepts ist die Kürze der Laufwege für Transferpassagiere die am gleichen Pier umsteigen. Außerdem können, durch die Trennung von Haupt- und Gate-Bereichen, die Gebäude besser entsprechend der jeweiligen Anforderungen ausgestaltet werden.

Nachteile sind gegenläufige Passagierströme, überlastete Zentralbereiche während der Hauptverkehrszeiten und lange Wege zwischen Landseite und Gates.

Quelle der Graphiken: Mensen H., Planung, Anlage und Betrieb von Flugplätzen, 2. Auflage, Berlin, Heidelberg, 2013

Satellitenkonzept

Auch beim Satellitenkonzept werden die Flugzeuge nicht direkt an der Terminalfront geparkt. Die Flugzeuge docken an einem separaten Gebäude dem sogenannten Satelliten, das sich separat auf dem Vorfeld befindet, an. Der Satellit wird über Tunnel, Brücken oder ober- oder unterirdische Transportsysteme mit dem Zentralgebäude verbunden.

Die runde Form des Satelliten bringt den Vorteil mit, dass dadurch viele Flugzeuge um das Gebäude geparkt werden können, ohne dass dabei viel Platz auf dem Vorfeld benötigt wird. Vor allem bei unterirdischen Anbindungen kann Fläche eingespart und eine leichtere Manövrierung der Flugzeuge ermöglicht werden.

Die Nachteile des Satellitenkonzepts liegen in den langen Wegzeiten für die Passagiere, die jedoch durch automatische Passagiertransportsysteme verkürzt werden können. Ein weiterer Nachteil ist die Komplexität der Gepäckbeförderung, die durch die langen Strecken sehr anfällig für Fehler ist.

Quelle der Graphik: Mensen H., Planung, Anlage und Betrieb von Flugplätzen, 2. Auflage, Berlin, Heidelberg, 2013

Transporterkonzept

Beim Transporterkonzept werden die Flugzeuge nicht an einem Gebäude, sondern auf dem Vorfeld geparkt. Die Passagiere werden dann mithilfe von Bussen oder sogenannten Mobile Lounges zum Flugzeug befördert. Letztere sind fahrbare Warteräume, die auf einen großen Hubwagen montiert sind. Sie kommen vor allem in der USA zum Einsatz.

Vorteil des Konzepts ist die Vermeidung von lagen Wegstrecken für die Passagiere sowie die geringen Bauinvestitionen. Das System bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Speziell das Mobile-Lounge-System ist für Fluggesellschaften sehr arbeits-, zeit- und kostenintensiv. Außerdem wird zur Bedienung der Mobile Lounges speziell ausgebildetes Personal benötigt.

Quelle der Graphik : Mensen H., Planung, Anlage und Betrieb von Flugplätzen, 2. Auflage, Berlin, Heidelberg, 2013

Hybride Konzepte

Untere einem hybriden Terminalkonzept versteht man die Verwendung von mindestens zwei der vorgestellten Konzepte. Dabei wird versucht, die Vorteile der einzelnen Systeme zu nutzen, um auf möglichst wenig Raum möglichst viele Flugzeuge zu positionieren. Vor allem internationale Hub-Flughäfen verwenden hybride Konzepte, da sie bis zu 100 Flugzeuge und eine Vielzahl an Passagieren zur gleichen Zeit abfertigen müssen.

Untere einem hybriden Terminalkonzept versteht man die Verwendung von mindestens zwei der vorgestellten Konzepte. Dabei wird versucht, die Vorteile der einzelnen Systeme zu nutzen, um auf möglichst wenig Raum möglichst viele Flugzeuge zu positionieren. Vor allem internationale Hub-Flughäfen verwenden hybride Konzepte, da sie bis zu 100 Flugzeuge und eine Vielzahl an Passagieren zur gleichen Zeit abfertigen müssen.