Das Besondere am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg ist, dass er, wie schon am Namen erkennbar, drei Länder vereint. Er ist ein binationaler Flughafen mit trinationaler Aufgabe, da er von der Schweiz und Frankreich betrieben wird, aber auch den Süddeutschen Raum mit einbindet.

Er ist der einzige binationale Flughafen der Welt und befindet sich im Dreiländereck Schweiz (Nordschweiz), Frankreich (Oberelsass) und Deutschland (Südbaden) gänzlich auf französischem Boden im Departement Haut-Rhin und untersteht französischem Recht. Deshalb besitzt der Flughafen 3 verschiedene IATA –Codes. MLH –Mulhouse (französischer Code), BSL-Basel (Schweizer Code) und EAP–EuroAirport (internationaler Code).
Er liegt 30 km südöstlich von Mulhouse, 6 km nordwestlich von Basel und 77 km von Freiburg entfernt. „Der EuroAirport ist der dritte Landesflughafen der Schweiz nach Zürich und Genf, der fünftgrößte regionale Flughafen in Frankreich und bedient in Deutschland den gesamten Südwesten Baden-Württembergs“ (aerointernational 2/2011). Vom EuroAirport fliegen 54 Fluggesellschaften 108 verschiedene Destinationen an. Da fast 48% aller Passagiere einen Linienflug über easyJet Airline Ltd. buchen ist diese Gesellschaft die bedeutendste für den EuroAirport. Dies zeigt sich auch dadurch, dass die Fluglinie seit Juni 2009 eine seiner 19 Betriebsbasen vor Ort besitzt. An zweiter Stelle folgt Air France mit nur 12,5%. Die wichtigste Destination ist Paris.

Historie

Der heutige EuroAirport entwickelte sich aus der Notsituation des Flughafens Basel-Sternefeld, der, in der Gemeinde Birsfelden liegend, schon im Jahre 1920 das zunehmende Flugverkehrsaufkommen nicht mehr bewältigen konnte. Bald darauf entstanden Grundkonzepte eines binationalen Flughafenbaus auf elsässischem Boden in Blotzheim, welcher durch eine Kooperation zwischen Frankreich und der Schweiz realisiert werden sollte. Die beiden Länder starteten Verhandlungen und kamen, nach Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg, zu einer Einigung. Nach zweimonatiger Bauzeit wurde der Flughafen Basel-Mulhouse am 8. Mai 1946 eingeweiht, obwohl der Staatsvertrag der beiden beteiligten Länder erst am 4. Juli 1949 in Bern unterzeichnet wurde. Dieser klärt vertraglich, dass Frankreich das erforderliche Land zur Verfügung stellt und die Schweiz für den Bau der Gebäude verantwortlich ist.
Seither entwickelte sich der Flughafen rasant: Im Jahr 1970 wurden die Hangars, das Frachtterminal und das Flughafengebäude in Betrieb genommen und 1972 das Nachflugverbot eingeführt. „Aufgrund der zunehmenden kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Verflechtung des Standorts am Oberrhein“ (www.euroairport.com) wurde aus dem binationalen ein trinationaler Flughafen. Seit 1978 darf sich der Airport „EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg“ nennen und konnte weitere Erfolge erzielen: Das Passagieraufkommen überstieg 1984 erstmals eine Million, im Jahr 2004 wurde die vier Millionen-Marke geknackt. Mit der Fertigstellung des neuen Y-Fingerdocks und der Erweiterung des Terminalgebäudes konnte die Kapazität des Flughafens 2004 annähernd verdoppelt werden.

Lage des Flughafen


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Infrastruktur

  • Verkehrsanbindung

Da der EuroAirport direkt an der französischen Autobahn A35 liegt und über eine eigene Autobahnausfahrt verfügt, ist die Anbindung für Kraftfahrzeuge sehr gut ausgebaut. Aus der Schweiz, aus Richtung Basel kommend kann die nur sechs km lange Zollfreistraße direkt zum Flughafen genutzt werden. Auch die Parksituation ist kundenfreundlich angelegt. Wie alle Bereiche, sind auch die Parkmöglichkeiten am EuroAirport in einen französischen und einen Schweizer Sektor aufgeteilt. Die französische Seite verfügt über 3750, die Schweizer Seite über 2735 Stellplätze, die sich sowohl in Parkhäusern, als auch unter freiem Himmel befinden. Eine Durchfahrtsmöglichkeit ins jeweils andere Land per PKW besteht nicht. Es kann nur im entsprechenden Terminal mit gültigem Personalausweis die Ländergrenze überschritten werden.
Problematischer ist die Anbindung des Flughafens an die Öffentlichen Verkehrsmittel. Momentan ist der EuroAirport nur mit dem Bus erreichbar. Mehrmals täglich wird er von Basel (132-mal täglich, 19 Minuten Fahrzeit) und Freiburg (15-mal täglich, 55 Minuten Fahrzeit) aus angefahren, von Mulhouse direkt gibt es keine Anbindung. Nur das benachbarte Staint-Louis verfügt über eine direkte Busstrecke. Von hier aus verkehren die Busse 38-mal pro Tag und benötigen für die Strecke zehn Minuten. Um den Komfort der Passagiere zu erhöhen wird laut Förderverein ab dem Jahr 2014 mit dem Ausbau des Schienennetzes rund um den EuroAirport begonnen werden. Ab 2017 sollen dann erwartungsgemäß die ersten Züge direkt zum EuroAirport fahren.

  • Terminalbereich

Durch den kompletten Flughafen zieht sich eine vertikale Achse, die Nord- und Südterminal voneinander abgrenzt. Dabei steht Frankreich das Nordterminal und der Schweiz das Südterminal zur Verfügung. Auf horizontaler Ebene unterscheidet man den Ankunfts-und den Abflugbereich, welche sich jeweils über verschiedene Stockwerke erstrecken.
Die ankommenden Passagiere kommen vom Y-Finderdock auf Ebene 2 in das Gebäude, wobei hier eine räumliche Trennung der Passagiere stattfindet. Alle Fluggäste, die im Nicht-Schengen Raum reisten, müssen sich, im Vergleich zu denjenigen, die im Schengen Raum reisten, einer systematischen Passkontrolle unterziehen. Anschließend kommen die Fluggäste in den Ankunftsbereich, welcher aus 2 Hallen besteht. Hier befinden sich außerdem die Gepäckausgabebänder, Mitwagenfirmen und auch eine Hotelinformation, da es direkt am Flughafen keine Hotels gibt. Über diese Halle können dann auch die Parkdecks erreicht werden, dir sich in den beiden untersten Ebenen des Flughafengebäudes befinden.
Der Abflugbereich inklusive der Fluggesellschaften, der Check-In-Schalter, sowie den Reisebüros und Reiseveranstaltern befinden sich im 3. Stock. Dieses Terminal besitzt 4 Hallen: Halle 1 und 2 werden von Frankreich, Halle 3 und 4 von der Schweiz betrieben. Außerdem sind Halle 1 und 4 sowie Halle 2 und 3 fast identisch aufgebaut.
Ein besonderes Merkmal des internationalen Flughafens ist, dass sich bis zu den Gates mit ihren Warteräumen, also bis nach der Sicherheitskontrolle, alle Stockwerke des Flughafens in zwei Teile gliedern, die voneinander separiert sind: den französischen und den Schweizer Bereich, welche erst auf Ebene 3, ineinander fließen, da nur hier ein Grenzübergang möglich ist. Faktisch sind alle Ebenen, bis auf Ebene 3 und 4, in zwei separate Sektoren gegliedert.
Im 4. Stock begeben sich die Passagiere in den oberen Bereich des Y-Fingerdocks. Hier befinden sich schließlich die 42 Gates bzw. Warteräume, eine Swiss-Lounge und letztlich der Einstieg ins Flugzeug. Dieser erfolgt entweder über eine der 6 Fluggastbrücken oder mit Hilfe eines Flughafenbusses zu einem der 60 bis 70 Flugzeugparkpositionen. Auf Ebene 5 ist das Flughafenrestaurant untergebracht.

  • Flugbetriebsflächen

Der EuroAirport verfügt über zwei Start- und Landebahnen die sich kreuzen. Die Nord-Süd-Piste 15/33, die Hauptpiste, hat eine Länge von 3900m und eine Breite von 60m. Diese Piste kann von allen Flugzeugtypen genutzt werden. Die Ost-West-Piste 26/08 hat hingegen nur eine Länge von 1820m und einer Breite von ebenfalls 60m. Diese Piste wird hauptsächlich von kleinen bis mittelgroßen Flugzeugen genutzt. Durchschnittlich gab es im 1. Quartal 2011 87 Starts und 90 Landungen pro Tag.

  • Zukunftsaussichten

2010 verzeichnete die Schweizer Luftfahrt laut IATA eine Zuwachsrate von 4,4%. Bei ähnlichen Zahlen in den kommenden Jahren, wird laut Peter Müller, Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZIL, der EuroAirport, neben den Flughäfen Zürich und Genf, der einzige sein, der bis 2030 keine Kapazitätsengpässe bekommt.
Eines der Ziele des EuroAirports für das Jahr 2011 ist das Erreichen der 4,8-Millionen-Marke im Passagieraufkommen, was einer Steigerung von 17 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ein weiteres Projekt ist der Abschluss der bereits begonnenen Renovierung des Flughafengebäudes mit einem finanziellen Aufwand von 5 Millionen Euro. Zudem soll auch eine Pistensanierung vorgenommen werden.

Zahlen und Fakten

Der EuroAirport verzeichnete 2010 eine Steigerung seines Umsatzes von 11,5% auf 86,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Passagieranzahl von knapp 4,13 Mio. Euro hat sich um 7% und der Frachtverkehr von knapp 107.500 Tonnen um 26% gegenüber dem Vorjahr gesteigert.
Diese guten Ergebnisse haben sich positiv auf den EuroAirport ausgewirkt, sodass in den kommenden Jahren neue Investitionen getätigt werden können, wie beispielsweise der Ausbau der Frachtinfrastruktur und des Bahnanschlusses.
Der EuroAirport ist rund um die Uhr geöffnet. Die Betriebszeiten sind allerdings nur von 4 bis 24 Uhr, da hier das Nachtflugverbot greift und zwischen 0:00 und 6:00 Uhr keine Starts und zwischen 0:00 und 5:00 Uhr keine Landungen erlaubt sind.
Zu Zeit arbeiten am Flughafen 6392 Menschen in 147 Unternehmen. Der wichtigste Arbeitgeber ist die Jet Aviation AG. 66 % der Beschäftigten wohnen in Frankreich, 23 % in der Schweiz und 6 % in Deutschland.

EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg

gegründet

1946

Passagiere Mio.

4.129.186 Mio.


IATA-Code

BSL (Basel)
MLH (Mulhouse)
EAP (EuroAirport)

Flugbewegungen Tsd.

77.154


Flughafengesellschaft

Verwaltungsrat und Direktion (Paritätisch besetzt durch Vertreter mit franz. oder Schweizer Staatsangehörigkeit), Trinationaler Beirat (Vertreter aus F, CH,D)

Luftfracht Tsd. T.

107.488


Fläche

536 ha

Umsatz Gesamt

86,3 Mio.


Höhe über NN

270 m

Umsatz Aviation

39,7 Mio.


Entfernung Stadt

6 km Basel
13 km Mulhouse
77 km Freiburg

Umsatz Non-Aviation

46,6 Mio.


Betriebszeiten

04 - 24 Uhr

Ergebnis

9,8 Mio.


Start- und Landebahnen

Nord-Süd-Piste 15/33:3900 m x 60 m
Ost-West-Piste 26/08:1820 m x 60m

Anzahl Mitarbeiter

6.392


Terminals

1 Terminal, aufgeteilt in Nord- und Südterminal


(Stand 2010)


Weiterführende Informationen

Peyer P., Vom Sternenfeld zum EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, Basel 1996
Rohfischer B., Flughäfen der Welt- Alle wichtigen Airports: Geschichte, Fakten und Funktionen, München 2011
Wragg D., The World’s Top 500 Airports, Sparkford 2009

Herausgeber EuroAirport, Geschäftsbericht, Basel 2010
Herausgeber EuroAirport, Umwelt Bericht, 1.Quartal 2011, Nummer 41, Basel 2011

o.V., Wertschöpfung, in: Aero International, Ausgabe 2/2011, Seite 20-21
o.V., Luftfahrtboom-Politische Gewaltakte, in: Aero International, Ausgabe 5/2011, Seite 23

www.euroairport.com


Autor: Christiane Muny