Der internationale Flughafen Madrid Barajas ist der größte Flughafen Spaniens und liegt 13 km nordöstlich der Hauptstadt Madrid. Mit 49,8 Mio. Passagieren im Jahr 2010 ist der Flughafen Madrid-Barajas gemessen am Passagieraufkommen der 12. größte Flughafen der Welt. Zu den Heimatfluggesellschaften gehören neben Iberia auch Air Europa und Spanair. Insgesamt wird der Flughafen von 93 Airlines angeflogen und ermöglicht die Reise in 182 Destinationen. Die wichtigsten Destinationen liegen jedoch mit Barcelona, Palma de Mallorca, Malaga und Las Palmas im Inland. Desweiteren ist der Flughafen das europäische Drehkreuz für Flüge nach Südamerika.

Der derzeitige Betreiber des Flughafens ist Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (AENA). AENA ist ein öffentliches Unternehmen, welches dem Ministerium für öffentliche Arbeit der spanischen Regierung unterstellt ist. AENA unterliegt nicht nur die Betreibung von 47 spanischen Flughäfen, sowie zwei Heliports, sondern auch die Flugüberwachung. Aktuelle Bestrebungen der spanischen Regierung sehen eine Privatisierung des Flughafens vor, um Milliarden von Euro in die von der Wirtschaftskrise schwer angeschlagene Staatkasse zu bringen. Dazu sollen 90% des Flughafens privatisiert werden und durch die Vergabe einer Konzession (auf 20 Jahre), sowie jährliche Gebühren von 20% der Flughafeneinnahmen entsprechende Gelder eingenommen werden. Zu den Bewerbern gehören unter anderen Fraport in Zusammenarbeit mit dem spanischen Infrastrukturkonzern Acciona, sowie Siemens in Kooperation mit dem spanischem Baukonzern FCC und der Changi Airport Group. 

Historie

In den 1920er Jahren entschied sich die spanische Regierung für den Bau des neuen Flughafens in der Nähe der Ortschaft Barajas, um neben den beiden bereits existierenden Flughäfen Getafe und Carabanchel die Möglichkeit eines neuen Luftverkehrs mit genügend Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft zu schaffen. Nach dreijähriger Bauzeit wurde der Flughafen 1931 eröffnet und nahm 1933 seine kommerzielle Nutzung durch die damalige Postlinie LAPE (Líneas Aéreas Postales Españolas) auf. Erst 1944 erhielt der Flughafen seine 1. Start- und Landebahn aus Asphalt, welche die bis dahin genutzte Graspiste ersetzte. Entsprechend der technischen Entwicklungen und der steigenden Zahl an Passagieren entstanden in den sechziger und siebziger Jahren zwei sich kreuzende Bahnen, sowie ein neues internationales Passagierterminal.
Richtungsweisend für den weiteren Ausbau des Flughafens wurde in den neunziger Jahren die Genehmigung des sogenannten „Plan Barajas“. Gemäß diesem wurde 1998 eine neue Start- und Landebahn in Betrieb genommen, die mit ihren Maßen von 4.360 mal 60m die längste in Europa wurde. Mit der Eröffnung des neuen, vierten Terminals 2006 und der Erweiterung der Start-und Landebahnen um eine 4. Piste verfügt der Flughafen heute über je zwei Parallelbahnen und ermöglicht so im Simultanbetrieb maximal 120 Flugbewegungen pro Stunde. 

Lage des Flughafen


Größere Kartenansicht

Infrastruktur

Verkehrsanbindung:
Das wichtigste und meistgenutzte Verkehrsmittel in Madrid ist die Metro. Die Metro Linie 8 verbindet den Flughafen mit dem Stadtzentrum. Desweiteren fahren von den Terminals 1-4 regelmäßig Busse ins Zentrum, sowie zu wichtigen Anschlussstellen des Nah- und Fernverkehrs. Die Anfahrt mit dem Auto ist von Madrid und dem inneren Ring, der M30 über die A2 oder die Nationalstraße N2, sowie vom äußeren Ring, der M40 über die A10 möglich. Die Anreise mit dem Zug zum Flughafen ist nicht direkt möglich, sondern erfolgt nur bis zum Hauptbahnhof mit Umstiegsmöglichkeiten zu zahlreichen Bus und Metro Linien.

Terminalbereich:
Der Flughafen Madrid verfügt über 4 Terminals mit 226 Gates und einer Gesamtkapazität von 70 Mio. Passagieren im Jahr (2010: 50 Mio. Passagiere). Die Terminals T1, T2 und T3 liegen im Süden des Geländes und wurden 2006 mit der Eröffnung des neuen Terminals T4 im Norden, sowie des Satellitengebäudes T4S erweitert. Während die Terminals T4 und T4S heute vor allem durch Fluggesellschaft Iberia und der Oneworld Allianz genutzt werden und den größten Teil der Passagiere abfertigen, mussten die drei alten Terminals einen Bedeutungsverlust hinnehmen. So beherbergt das modernste der drei Terminals, das Terminal 1 die meisten Mitglieder Star Allianz, das Terminal 2 Beteiligte der Sky Allianz und das Terminal 3 wird lediglich noch durch ein paar spanischen Regionalfluggesellschaften genutzt.
Das Terminal 4 samt seines Satelliten T4S umfasst 174 Check-In Schalter und ermöglicht so eine Abfertigung von maximal 35 Mio. bzw. 15 Mio. Passagiere im Jahr. Eine schnelle Abfertigung wird vor allem dadurch gewährleitet, dass die beiden Terminals über ein sogenanntes „Intra-Terminal Automated Passanger Transport System“ miteinander verbunden sind und so 20.000 Passagiere in der Stunde befördert werden können. Desweiteren ermöglicht das automatische Gepäckabfertigungssystem (16.500 Gepäckstücke pro Stunde) und das leichtverständliche Abfertigungssystem nach Spektralfarben entsprechend der geografischen Lage des Zielgebiets im Terminal 4 einen schnellen Service.

Flugbetriebsflächen:
Der Flughafen Madrid Barajas verfügt über 326 Flugzeugparkpositionen, sowie 4 Start- und Landebahnen in Nord-Süd-Richtung, die nach dem Parallelbahnsystem ausgerichtet sind und so maximal 120 Flugbewegungen in der Stunde im Simultanbetrieb ermöglichen. Die Die Start- und Landebahnen sind auf Grund der klimatischen Verhältnisse (im Sommer Temperaturen über 30Grad Celsius) und der Lage (609m über NN und damit anfällig für Nebel) zwischen 3.500 und 4.350 m lang, da die Flugzeuge entsprechend der Gegebenheiten längere Startrollstrecken benötigen.
Zukunftsaussichten:
Der Flughafen Madrid Barajas kann entsprechend seiner freien Kapazitäten im Bereich Anzahl der Fluggäste pro Jahr und Flugbewegungen pro Stunde seine Rolle im internationalen Markt nicht nur behaupten, sondern seine Stellung als wichtiges Drehkreuz zwischen Europa und Lateinamerika noch ausbauen. Entscheidend für die weitere Entwicklung des Flughafens wird außerdem die Vorgehensweise des zukünftigen Betreibers sein.

Zahlen und Fakten

Der Flughafen Madrid-Barajas befindet sich auf einer Fläche von 3.994 ha und ist durch den IATA-Code MAD und dem ICAO-Code LEMD gekennzeichnet. Mit 49.8 Mio. Passagieren im Jahr 2010 konnte der Flughafen Madrid nicht nur die Zahl der Passagiere um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern, sondern auch im Bereich der Luftfracht konnte ein deutliches Plus von 23,6 Prozent verzeichnet werden.

Tabelle

Flughafen Madrid-Barajas

gegründet

1931

Passagiere in Mio.

49.8

IATA-Code

MAD

Flugbewegungen

433.706

Flughafengesellschaft

Aerpuertos Espanoles y Navegacion Aerea

Luftfracht in t

374.518

Fläche

3.994 ha

Umsatz Gesamt

k.A.

Höhe über NN

609.6 m

Umsatz Aviation

k.A.

Betriebszeiten

24h

Umsatz Non-Aviation

k.A.

Start- und Landebahnen

18L/36R 3.500 m 18R/36L 4.350 m 15L/33R 3.500 m 15R/33L 4.100 m

Ergebnis

k.A.

Terminals

4

Anzahl Mitarbeiter

45.000

Weiterführende Informationen

• Rothfischer B., Das große Buch der Verkehrsflughäfen, München 2008
• Rothfischer B., Flughäfen der Welt, München 2007
• Rothfischer B., Die Top 100 weltweit, in: AeroInternational, Ausgabe 09/2011, S. 36
• Wragg D., The world's top 500 airports, Sparkford 2009

• http://www.aena.es/
• http://www.madrid-airport.info
• http://www.finanznachrichten.de
• http://www.aero.de

Autor: Chris Haake