GVA - Flughafen Genf

Der Genève Aéroport ist eine autonome öffentliche Organisation, die dem Kanton Genf gehört. Mit gerade mal 5 km Entfernung vom Genfer Stadtzentrum liegt der Genève Aéroport sehr zentral. Des Weiteren verfügt er über ein Einzugsgebiet, das sich auf drei Länder (Schweiz, Frankreich und Italien) erstreckt und somit über eine Bevölkerung von 6 Millionen Personen, die in weniger als 120 Minuten am Flughafen sind.

Der Flughafen wird derzeit von 54 Fluggesellschaften angeflogen, u.a. von Easyjet (38 % Marktanteil im Jahr 2011), Swiss, Lufthansa, AirFrance und British Airways. Von 0:01 bis 5:59 Uhr besteht ein Nachtflugverbot. Das Bauprojekt eines Ostflügels, der die derzeitigen Terminalpositionen für Großraumflugzeuge ersetzen soll, läuft bereits. Die Inbetriebnahme ist für 2015 geplant und das vorgesehene Investitionsvolumen beläuft sich auf rund CHF 300 Millionen (dies entspricht ca. 250 Millionen Euro). Im Mai 2009 wurde der Genève Aéroport mit dem "Pan European Workplace Mobility Plan Award 2009", dem Europäischen Preis für Mobilitätspläne in Unternehmen, ausgezeichnet. Auch für Umweltschutz setzt sich der Flughafen Genf ein. In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzorganisation „myclimate“ bietet er seinen Passagieren die Kompensation von CO2-Emissionen an, die durch ihren Flug entstehen. Auf der Website können die Passagiere ihre Emissionen berechnen und sie durch einen Beitrag in Projekten in der Schweiz oder im Ausland kompensieren.

Lage des Flughafens


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Historie

1919 wurde ein Gesetz zur Umsetzung eines Flugplatzes ca. 5 km nördlich von Genf, nahe der Stadt Cointrin, verabschiedet. 1922 eröffneten dann die ersten kommerziellen Fluglinien auf den Strecken Lausanne - Genf - Paris, Genf - Lyon und Genf - Zürich - München - Nürnberg. Im Jahre 1937 wurde die erste Betonpiste (405 m lang und 21 breit) gebaut, die im August 1946 auf 2000 Meter verlängert wurde. Ein Highlight in der Geschichte des Genève Aéroport war der damals erste Interkontinentalflug auf der Strecke Genf - New York - Genf an Bord einer Swissair DC-4 des Kommandanten Walter Borner am 2. Mai 1947. Zwei Jahre später wurde der neue Terminal in Betrieb genommen, der für 300.000 Passagiere vorgesehen war. Diese Zahl wurde in weniger als fünf Jahren überschritten. Zwischen 1956 und 1958 wurde eine Vereinbarung über die Zulassung eines Länderaustausches zwischen der Schweiz und Frankreich verabschiedet, um die Realisierung einer Start- und Landebahn von 3.900 Metern zu ermöglichen, die in Frankreichs Staatsgebiet führen sollte. Die Einweihung eines neuen Terminals, der für 5 Millionen Passagiere geplant war, fand am 17. Mai 1968 statt. Im Jahre 2007 wurde am Flughafen Genf mit den Arbeiten um den "T1 +" und damit mit der lateralen Ausdehnung des Haupt-Terminals, begonnen. Damit wurde die erste Stufe des Masterplans 2007-2015 umgesetzt. Zur Durchführung des Schengener Übereinkommens hat der Flughafen Genf 2009 seine Infrastruktur den neuen Anforderungen angepasst, indem eine Trennung der Schengen- und Non-Schengen-Passagiere vorgenommen wurde. Auch das Parken der Flugzeuge wurde modifiziert. Im Januar 2010 landete der erste A380 am Flughafen Genf. Dieser Spezialflug fand im Rahmen eines Zulassungsverfahrens für Anflüge des A380 statt.

Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Der Flughafen Genf verfügt über ein multimodales Transportsystem mit integriertem Bahnhof (150 Züge pro Tag), Anschluss an das schweizerische und französische Autobahnnetz und über 4’500 Parkplätze. Dank dem Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs Unireso kann der Flughafen per Zug oder Bus äußerst einfach erreicht werden. Mit einer einzigen Fahrkarte kann die Region Frankreich - Waadt - Genf per Zug, Tram, Bus und Schiff befahren werden. Der Zug bedient den Flughafen vom und ins Zentrum von Genf während der Hauptverkehrszeiten alle 12 Minuten mit einer Reisedauer von nur 6 Minuten. Der Bahnhof SBB "Genf-Flughafen" kann von den Ebenen "Check-in" und "Ankunft" des Flughafens aus direkt erreicht werden. Die Busse der städtischen Verkehrsbetriebe bedienen den Flughafen alle 8 - 15 Minuten in den Hauptverkehrszeiten. Eine Haltestelle befindet sich auf der Ebene "Check-in" beim Eingang oder auf der Seite des Bahnhofs SBB.

Terminalbereich

Der Genève Aéroport verfügt über ein Hauptterminal mit einer jährlichen Abfertigungskapazität von mittelfristig 12 bis 15 Millionen Passagieren. Es gibt 45 Abflughallen und mittlerweile 108 Check-in-Schalter. Im Jahre 2008 waren es noch 95. Als Besonderheit verfügt der Flughafen Genf über einen französischen Sektor mit dem Vorteil, dass Check-in und Inlandsflüge mit französischem Zielflughafen erfolgen können, ohne dass die Passagiere schweizerisches Staatsgebiet betreten müssen. Ferner besteht dort die Möglichkeit ein Auto bei einer französischen Autovermietung zu leihen oder auch Transportinformationen für Touristen in französischer Sprache zu erhalten.

Flugbetriebsflächen

Der Flughafen verfügt nur über eine einzige Betonpiste von 3.900 m Länge und 50 m Breite (ILS CAT III) mit einer Stundenkapazität von 38 Flugbewegungen. Das Vorfeld umfasst insgesamt 180 Hektar. Insgesamt gibt es 55 Flugzeugpositionen, verbunden mit einem Betankungssystem und eine vollständig ausgerüstete Luftfrachthalle mit einer Fläche von 24.000 qm.

Projekte

Der Ostflügel (2011-2015)

Während den Vorbereitungsarbeiten für die große Baustelle des Ostflügels, der Großraumflugzeuge aufnehmen soll, werden zunächst die Baubewilligungen eingeholt und die verschiedenen Verfahren geprüft. Die Bauphase wird im Jahre 2012 beginnen und soll 2015 abgeschlossen sein. Das architektonische Konzept bildet Gegenstand eines internationalen Wettbewerbs. Das Projekt zielt auf die Modernisierung der Flughafeninfrastrukturen ab, die östlich des Hauptgebäudes gelegen sind. Es soll ein Gebäude mit einer Fläche von 40.000 qm errichtet werden, welches über sechs Standplätze für Großraumflugzeuge (Code E) verfügt. Von diesen können drei in zwei Standplätze aufgeteilt werden, um zwei kleinere Flugzeuge (Code C) aufzunehmen. Zudem wird ein siebter Standplatz (Code C) errichtet. Insgesamt können dann somit bis zu 10 Maschinen aufgenommen werden. Dieses künftige Gebäude wird 530 m lang, ca. 30 m breit und 15 m hoch sein.

Zahlen und Fakten

Im Jahre 2010 wurden am Flughafen Genf ca. 12 Millionen Passagiere, 177'000 Flugbewegungen und 67'000 Tonnen Fracht gezählt. 2011 wurden bereits ca. 13 Millionen Passagiere abgefertigt; das sind 10,52 % mehr gegenüber dem Vorjahr. Es wird mit einer geschätzten Zunahme des Passagierverkehrs auf 14,5 Millionen bis zum Jahr 2020 gerechnet. Die gesamten Flugbewegungen nahmen im selben Zeitraum um 6,61 % zu und auch im Frachtverkehr ist ein Anstieg zu verzeichnen. Diese Zahlen belegen, dass die Strategie der Flughafenbetreiber aufgeht: Die umfassenden Investitionen, die in die Renovierung, die Vergrößerung und die Modernisierung der Installationen gesteckt wurden, sowie die von den Flughafenbehörden verfolgte Geschäftspolitik machen den Flughafen immer attraktiver. Die rund 100 Geschäfte und Dienstleistungsanbieter, die 7 Tage die Woche geöffnet haben, bieten den Kunden am Flughafen zudem attraktive Einkaufsmöglichkeiten. Im Weiteren haben die Einführung neuer Routen und die Frequenzerhöhungen auf verschiedenen bestehenden Strecken die Passagierzahlen im Incoming- und Outgoing-Bereich ansteigen lassen. Der Genève Aéroport verfügt über ein Direktflugnetz mit 124 Destinationen, darunter häufige Verbindungen nach Afrika, dem Mittleren Osten, Nordamerika und Asien. Zu den wichtigsten Destinationen 2011 zählten London, Paris und Amsterdam. Mit einer Gesamtauswirkung von 24'000 neuen Arbeitsplätzen und ein Gesamtumsatz von CHF 120 Millionen, die zwischen 2006 und 2010 an den Staat abgeführt wurden, stellt der Flughafen zudem einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar. Im Jahre 2011 bot der Flughafen Genf mehr als 9'500 Arbeitsplätze in 200 verschiedenen Stellen und Gesellschaften.

Flughafen Genf

gegründet 1919  Passagiere 13,1 Mio. 
IATA-Code GVA  Flugbewegungen 189'121 
Flughafengesellschaft Genève Aéroport  Luftfracht in Tonnen 72'415 t 
Fläche 340 ha  Umsatz Gesamt 344,8 Mio. CHF 
Höhe uber MSL 417 m  Umsatz Aviation ca. 50 % 
Entfernung Städte Köln / Bonn 5 km  Umsatz Non-Aviation ca. 50 % 
Betriebszeiten 05:00 bis 24:00 Uhr  Nettogewinn 64,6 Mio. CHF
Start- und Landebahnen 3.900 m Länge (ILS CAT III)
Anzahl Mitarbeiter ca. 9.500   
Terminals 1
  (Stand: 2011) 

Weiterführende Informationen

www.gva.ch/de/desktopdefault.aspx

Flughäfen im deutschsprachigen Raum, Aero international Nr. 3 März 2012, S. 30 ff

www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Rekordgewinn-fuer-Genfer-flughafen/story/22995238 

Autor: Tatjana Seifert