DUS - Flughafen Düsseldorf

Der internationale Flughafen Düsseldorf, mit dem IATA-Code DUS, zählt zu dem drittgrößten Flughafen in Deutschland und wird auch „Airport für Nordrhein-Westfalen“ genannt. Der Flughafen Düsseldorf hat eine Fläche von 6.130.000 m² und liegt mit ca. 8 km vom Stadtkern entfernt ziemlich zentral.

Da sich die Stadt fortlaufend in die Nähe des Flughafens bewegt, handelt der Flughafen Düsseldorf kontinuierlich um der Lärmbelästigungen und Umweltbelastungen entgegenzuwirken. Beispielweise wurde das sogenannte „Düsseldorfer Modell“ eingeführt, wo „Schallschutzmaßnahmen an Häusern in sogenannten Tageszonen finanziell unterstützt werden“ (vgl. o.V. Herausgeber: Krauthäuser J., Flughafen Düsseldorf, Allershausen 2007, S. 100). Außerdem gelten in Düsseldorf, im besonderen Interesse der Anwohner, die strengsten Nachtflugbeschränkungen in Deutschland. Allerdings herrscht kein völliges Nachtflugverbot, denn es gelten bestimmte Ausnahmeregelungen für Strahlflugzeuge, Airlines mit Wartungsschwerpunkt, Propellerflugzeuge (bis zu neun Tonnen) und Notfallflugzeuge. Die gewöhnlichen Flugbetriebszeiten für Linien- und Charterflugzeuge koordinieren bei 45 Starts und Landungen auf beiden Bahnen von 06.00 bis 22.00 Uhr in 56 Stunden pro Woche.

Darüber hinaus befindet sich am Flughafen Terminal der neue Business Park „Airport City“. Auf diesem Areal, wo mehrere große Firmen ansässig sind, wurden bereits viele Gebäude (wie bspw. ein Kongress- und Tagungshotel, das Maritim-Hotel) fertiggestellt und es sollen noch unzählige Projekte auf 23 Hektar bis zum Jahr 2016 erbaut werden.

Historie

Der Flughafen Düsseldorf besitzt eine 80 Jahre lange Geschichte. Angefangen hat die Sektion „Niederrheinischer Verein für Luftschifffahrt“ im Jahre 1902 und es flogen erstmals nur vier Ballone auf dem Flugplatz Düsseldorf-Lohausen. In den ersten Jahren bis 1912 verkehrten lediglich Zeppeline zumal sich damals einige Luftschiffkatastrophen abspielten. Nachdem 1913 und 1914 neue Einrichtungen erbaut wurden, konnten am Flughafen Düsseldorf nach dem Ende des 1. Weltkrieges vorerst keinerlei Flugzeuge mehr starten und landen, da französische Truppen das gesamte Rheinland besetzten. Erst zehn Jahre später wurde der Flughafen wieder der Stadt Düsseldorf freigegeben und somit konnte durch sämtliche Umbauten der Flugverkehr wieder aufgenommen werden. Als sich der Flughafen wieder erholte und zahlreiche Flugverbindungen und verschiedene Aktivitäten aufgenommen hatte, erhielt er einen erneuten Rückschlag nach Ausbruch des 2. Weltkrieges. Abermals musste der zivile Flugbetrieb beendet werden und der Flughafen war nach dem Ende des Krieges vollkommen zerstört. Im Jahre 1950 gab die britische Militärverwaltung den Flughafen an die neugegründete Flughafenbetriebsgesellschaft ab. Eigentümer waren nun die Stadt Düsseldorf (50%) und das Land Nordrhein-Westfalen (50%) (vgl. o.V. Herausgeber: Krauthäuser J., Flughafen Düsseldorf, Allershausen 2007, S. 33). Fortan starteten und landeten immer mehr Fluggesellschaften und 1961 verzeichnete Düsseldorf bereits mehr als 1 Mio. Passagiere. Gegen Ende der 60er Jahre wurde der Flughafen „einer der wichtigsten Flughäfen“ (vgl. o.V. Herausgeber: Krauthäuser J., Flughafen Düsseldorf, Allershausen 2007, S. 54) im Flugtouristikbereich und nahm 1974 den 2. Platz, nach Frankfurt, der deutschen Verkehrsflughäfen ein, den er auch 20 Jahre lang halten konnte. 1996 musste der Flughafen einem entsetzlichen Branddesaster entgegentreten, bei dem 16 Menschen starben und mind. 100 Leute zu Schaden kamen. Nach dem schrecklichen Ereignis plante man eine komplette Umstrukturierung des Flughafens. Deshalb entstand 1997 das „größte Investitionsprojekt, der Airport 2000 plus“ (vgl. o.V. Herausgeber: Krauthäuser J., Flughafen Düsseldorf, Allershausen 2007, S. 78), mit einem Investitionsvolumen von 378 Mio. Euro.

Lage des Flughafen Düsseldorf


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Infrastruktur

  • Verkehrsanbindung

Der Flughafen Düsseldorf verfügt über ausgezeichnete Anbindungen. Mit dem Auto gelangt man direkt über die Autobahn A44, welche eine eigene Ausfahrt hat, zum Flughafen und es gibt zahlreiche Möglichkeiten das Auto bei über 20.000 Parkplätzen abzustellen. Besonders für niederländische und belgische Reisende ist die Autobahn von großer Bedeutung, da diese den Flughafen Düsseldorf schneller erreichen können als deren landeseigenen. Dabei gibt es außerdem verschiedene Tarifzonen und jedermann hat die Gelegenheit, nach seinen individuellen Kriterien zu entscheiden, ob man besonders günstig, in einer längeren Zeitspanne oder in erster Linie nahe am Terminal parken möchte. Weiterhin kann man einfach mit reichlichen Buslinien, die ständig im Einsatz sind, das Terminal direkt erreichen. Der Flughafen besitzt sowohl S-Bahn Anschluss zum unterirdischen „S-Bahnhof Düsseldorf Flughafen Terminal“ als auch einen eigenen „Bahnhof Flughafen Düsseldorf“ bei dem täglich nahezu 350 Züge verkehren. Darüber hinaus kann man anschließend mit der Kabinenbahn „Sky Train“ zwischen den Terminals A/B und C, dem Bahnhof, zwei Parkhäusern sowie einem der Parkplätze, fahren.

  • Terminalbereich

Düsseldorf International verfügt über ein Flughafengebäude mit drei Terminals bei dem die Ankünfte im unteren Bereich und die Abflüge im oberen Bereich abgefertigt werden. Im Terminal A befinden sich die Lufthansa, ihre Partner und die Star Alliance Fluggesellschaften. Im Terminal B werden alle Verbindungen von Air Berlin, den Oneworld- und SkyTeam-Allianzen und auch Charterfluggesellschaften nach Europa abgewickelt. Die sogenannten „Nicht-Schengen-Flüge“, die nicht der Star Alliance angehören, haben ihre Basis im Terminal C.
Außerdem verfügt der Flughafen über ein sogenanntes „GA-Terminal“ (=General Aviation), welches auch Executive Terminal genannt wird und einen beträchtlichen Anteil ausmacht. Dieses neuartige Abfertigungsgebäude besteht seit 2006 und dient ausschließlich Privat- und Geschäftsflugzeugen und es starten und landen über 12.000 Flugzeuge dieser Art pro Jahr mit einem Passagieraufkommen von über 20.000. Ausschlaggebend für den GAT Hochbetrieb sind die Messe- und Ausstellungszeiten.

  • Flugbetriebsflächen

Der Flughafen besitzt ein Parallelbahnensystem. Dieses kennzeichnet sich durch eine Hauptbahn, die 3000 Meter lang ist und auch Südbahn genannt wird, und einer Parallelbahn, die eine Länge von 2700 Meter aufweist und auch als Nordbahn bezeichnet wird. Beide Bahnen haben eine Breite von 45 Meter und liegen 500 Meter voneinander entfernt. Diese zwei Bahnen kann man sehr gut von den Besucherterrassen aus beobachten. Eine Terrasse ist auf dem Terminal B gelegen, dessen Panorama sich über den gesamten Flughafen erstreckt, und die zweite Besucherterrasse liegt auf dem Fernbahnhof des Flughafens. Es ist laut „Internationalen Empfehlungen“ bekannt, dass Flugzeuge immer gegen den Wind starten und landen. In Düsseldorf herrscht meistens ein Wind aus Südwesten, deshalb werden hier die Starts in westlicher Richtung vorgenommen und die Landungen in östlicher Direktion. Da die Flugbetriebszeiten den ganzen Tag stark frequentieren, ist die “Reinigung der Bewegungsflächen“ (vgl. o.V., Herausgeber: Flughafen Düsseldorf GmbH, Flugbetrieb am Flughafen Düsseldorf International (PDF), Düsseldorf 2010, S. 10) nur in der Nacht möglich, die Kontrolle jedoch, steht tagsüber ständig auf dem Programm um einwandfreie Flugbetriebsflächen zu gewährleisten.

Zahlen und Fakten

Am Flughafen Düsseldorf frequentieren jährlich bis zu 18,98 Mio. Passagiere im Jahr (Stand: 2010), welches durchschnittlich 52.020 Menschen pro Tag entspricht. Unter der großen Anzahl von Gästen, zählen 37% zu den Geschäftsreisenden und damit 63% zu den Urlaubsreisenden die mit etwa 72 Fluggesellschaften mehr als 180 Flugziele, bei 580 Starts und Landungen täglich, erreichen können. Neben den zahlreichen Fahrgästen kommen auch viele Besucher ohne Reisezwecke zum Flughafen um sich z.B. in den Airport Arkaden bei 74 Geschäften und 43 Gastronomiebetrieben zu vergnügen.

Am Standort Flughafen Düsseldorf arbeiten 17.500 Menschen, zumal 2.220 Mitarbeiter zum Konzern des Flughafens gehören. Das bedeutet, dass der Flughafen auch als Wirtschaftsfaktor eine große Rolle in Nordrhein-Westfalen spielt. Da es für internationale Firmen besonders wichtig ist, schnell an den Flughafen zu gelangen, sind dort „mehr als 1000 Firmen aus den USA, Japan und Korea angesiedelt“. Genauso findet man „40% der deutschen Konzerne wie bspw. C&A, EON, Henkel, etc. mit ihren Hauptverwaltungen“ (vgl. o.V. Herausgeber: Krauthäuser J., Flughafen Düsseldorf, Allershausen 2007, S. 99) in der Region des Flughafens um den Unternehmen eine internationale Anwesenheit und unmittelbare Erreichbarkeit zu gewährleisten.
Die damalige Fluggesellschaft LTU hatte ihren Sitz in Düsseldorf und ist nun die Tochtergesellschaft von Air Berlin, welches gegenwärtig die größte Fluggesellschaft am Flughafen Düsseldorf ist. Die Lufthansa spielt am Flughafen International ebenfalls eine große Rolle, da sich ihr sekundäres Drehkreuz in Düsseldorf befindet und auch in Zukunft mehr Langstreckenflüge aufnehmen will (vgl. o.V., Auch Lufthansa muss reagieren, FVW 07.10.2011, S. 44). Zu den wichtigsten Destinationen mit den meisten Fluggästen zählen München, Berlin und Palma de Mallorca.


Flughafen Düsseldorf International

gegründet

1927


Passagiere Mio.

18,98 Mio. Durchschnitt/Tag: 52.020

IATA-Code

DUS

Flugbewegungen Tsd.

215.544 Durchschnitt/Tag: 590

Flughafengesellschaft

Flughafen Düsseldorf GmbH

(50% Landeshauptstadt Düsseldorf

50% Airport Partners GmbH ((40% HOCHTIEF Concessions AG, 20% HOCHTIEF AirPort Capital KGaA, 40% Aer Rianta PLC))

Luftfracht Tsd. T.

100.398 t Durchschnitt/Tag: 275 t

Fläche

6.130.000 m²

Umsatz Gesamt

404,4 Mio. Euro

Höhe über NN

(MSL) 44,83 m

Umsatz Aviation

270.7 Mio. Euro

Entfernung Stadt

8,3 km

Umsatz Non-Aviation

133.7 Mio. Euro

Betriebszeiten

06.00 – 22.00 Uhr

Ergebnis

57,1 Mio. Euro

Start- und Landebahnen

3 Bahnen:

  • Südbahn: 05R/23L, 3.000 m
  • Nordbahn: 05L/23R, 2.700 m
  • Querwindbahn: 15/33, 1.630 m

Vorfeld: 722.329 m²

Anzahl Mitarbeiter

17.500 am Standort Flughafen

2.220 Menschen im Konzern Flughafen

Terminals

3 Terminals (A, B, C) für insg. 22 Mio. Pax






Weiterführende Informationen

• o.V. Herausgeber: Krauthäuser J., Flughafen Düsseldorf, Allershausen 2007
• Herausgeber: Flughafen Düsseldorf GmbH, Geschäftsbericht 2010 (PDF), Düsseldorf 2011
• Herausgeber: Flughafen Düsseldorf GmbH, Flugbetrieb am Flughafen Düsseldorf International (PDF), Düsseldorf 2010
• Rothfischer B., Flughäfen der Welt, München 2011
• Schulz A., Baumann S., Wiedenmann S., Flughafenmanagement, München 2010
• Wragg D., The World´s top 500 Airports, Somerset, 2009
• http://www.dus-int.de/dus/
• http://www.aero.de/news-12421/Air-Berlin-vollendet-LTU-Integration.html