DRS - Flughafen Dresden

Der Dresdner Verkehrsflughafen – seit 2008 Dresden International – befindet sich ca. 9 Km nordöstlich von der  Innenstadt im Stadtteil Klotzsche. Das gesamte Flughafengelände erstreckt sich über 280 Hektar. Das Einzugsgebiet des Dresdner Flughafens umfasst neben dem Großraum Dresden auch Chemnitz, den Süden des Bundeslandes Brandenburg und  die angrenzenden Regionen in der Tschechischen Republik und in Polen.

 

Der Flughafen Dresden ist in seiner  Geschichte von vielen Ereignissen geprägt worden. So diente er sowohl  militärischen Zwecken als auch als größte Diskothek der Stadt („Terminal 1 –The Airport Club“ 2002 bis 2010). Außerdem wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg sogar von sowjetischen  Truppen besetzt.

Der Flughafen ist ein wichtiger Standort- und Wirtschaftsfaktor, der Direktverbindungen zu deutschen und europäischen Wirtschaftszentren herstellt. Die schnelle Erreichbarkeit eines Flughafens gilt als zentrales Entscheidungskriterium bei der Ansiedlung von national und international operierenden Firmen. Mit Unternehmen der Mikroelektronik und der Luftfahrtindustrie hat sich im engeren Umfeld des Flughafens ein Wirtschaftskern gebildet. Zu den wichtigsten Unternehmen gehören die EADS Elbe Flugzeugwerke GmbH  und die IMA Materialforschuung und Anwendungstechnik GmbH. 

Seit Oktober 2008 gelten auch hier Nachtflugbeschränkungen. Somit  sind Flugbewegungen für Linien- und Charterflüge bis 23:30 Uhr und wieder ab 5:30 Uhr zulässig.

Lage des Flughafens


Größere Kartenansicht

Historie

Seit dem  11. Juli 1935 ersetzt der heutige Flughafen in Klotzsche  den damals zu klein gewordenen  Flughafen auf dem Heller. Die eigentliche Nutzung als Zivilflughafen begann aber  erst nach 1955, da der Flughafen während des Zweiten Weltkriegs vor allem ein Militärflughafen war. Anschließend diente das Gelände zusätzlich vier Jahre lang als Standort zur Herstellung evon Verkehrsflugzeuge. Aus Kostengründen mussten Partei und Regierung der DDR  dies jedoch wieder einstellen.

Aus Platzmangel  wurden die Passagiere bis 1960 in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofs abgefertigt. 1980 wurde der  DDR-Inlandsflugverkehr wegen  Unrentabilität eingestellt. Bis zur Wiedervereinigung diente der Dresdner Flughafen somit nur noch als Ausgangspunkt für Flüge in Urlaubsziele in Ost- und Südosteuropa. In den 80er Jahren befand er sich im Besitz der Nationalen Volksarmee, die sowohl  die Erneuerung der  Start- und Landebahn als auch die Restaurierung der Fluglinie Interflug, des Flughafengebäudes und der Abfertigungsanlage bewirkte. Der Mauerfall und die damit verbundene politische Wende brachten die lang geforderte Reisefreiheit und Interflug  startete die erste Linie nach Hamburg. Die neu gegründete Flughafen Dresden GmbH, deren Gesellschafter heute die Mitteldeutsche Airport Holding ist, sorgte anschließend für den Aus- und Neubau der Abfertigungsanlagen und Zufahrten. Seit 1998 wird verstärkt in die Infrastruktur des  Flughafens investiert. 2001 wurde das neue Terminal in Betrieb genommen und im September 2007 erfolgte die Startfreigabe der neuen Start- und Landebahn.

Infrastruktur

  • Verkehrsanbindung

Der Dresdner Flughafen ist mit dem Auto über die Autobahnen A 4 oder A 13 oder über die Bundesstraße B 97 erreichbar. Aktuell stehen rund 4300 terminalnahe Parkplätze zur Verfügung. Die S-Bahnlinie 2 und die Stadtlinienbusse 77 und 88 verbinden den Flughafen mit der Innenstadt. Hierzu verfügt Dresden über einen Tiefbahnhof am Flughafen, der 2001 in Betrieb genommen wurde.  Dieser ermöglicht Passagieren einen direkten Zugang zum Terminal. Die S-Bahn verkehrt im 30-Minuten Takt und führt in 21 Minuten bis zum Dresdner Hauptbahnhof.

  • Terminalbereich

Der Flughafen Dresden verfügt über ein Terminal mit einer  Gesamtabfertigungskapazität von 3,5 Millionen Passagieren pro Jahr. Optional kann der Westflügel ausgebaut werden, was die Abfertigungskapazität  auf 4,5 Millionen erhöhen würde. Das 2001 neu eröffnete Abfertigungsgebäude, ein ehemaliger Hangar für den Flugzeugbau, gilt aufgrund seiner Industriearchitektur als eines der schönsten Terminals Deutschlands. Bei den Umbauarbeiten bestand eine Aufgabe darin, die direkt am Flugfeld liegende Halle in seiner historischen Bausubstanz zu erhalten. So stammen beispielsweise die Stahlträger - das Grundgerüst der Halle - original aus den 50er Jahren. Gegenwartsarchitektur und alte Industriearchitektur im Inneren wurden beim Umbau vereint. Die Ausdehnung der Halle beträgt 170 x 150 Meter und ist 25 Meter hoch. Das Terminal wird durch die futuristisch gläserne Fußgängerbrücke "Skywalk“ (83 Meter lang) mit dem Parkhaus verbunden. Der kürzeste Weg zum Check-in  beträgt somit nur 120 Meter. Das Terminal verfügt zudem über eine Galerieebene. Diese teilt sich auf in die 2000 qm  große Event-Plattform, die bis zu 800 Personen fasst,  und die darunter liegende Konferenzebene. Die Gesamtkapazität beträgt 3.000 qm bzw. bis zu 1.200 Gäste.

  • Flugbetriebsfläche

Die Start- und Landebahn des Flughafens wurde 2007 saniert und auf 2850 m verlängert. Als erster Flughafen Europas fand die Sanierung  bei laufendem Betrieb statt. Die alte Bahn wurde abgerissen und begrünt. Eine Gewichtsbeschränkung wurde somit aufgehoben. Die Gesamtfläche der Start- und Landebahn beträgt nun 171.000 qm. Flugzeug-Abstellplätze beanspruchen 245.000 qm, Rollbahnen 90.600 qm und die Randstraße 36.500 qm.

Insgesamt gibt es  26 Abstellpositionen für die Luftfahrzeuge. Davon sind sechs Stück mit Fluggastbrücken ausgestattet und  13 Standplätze haben ein automatisches Andocksystem. Die Piste 22 besitzt ein Instrumentenlandesystem, hier sind Anflüge nach Allwetterflugbetriebsstufe IIIb zugelassen.  Auch die Nebenanflugrichtung 04 besitzt  dieses System, jedoch sind hier nur Anflüge nach Allwetterflugbetriebsstufe I möglich.

Der moderne Turm der Deutschen Flugsicherung  wurde im Sommer 2005 in Betrieb genommen. Er befindet sich direkt am Vorfeld und bietet deutlich bessere Sichtverhältnisse als sein 70 Jahre alter Vorgänger. Zur technischen Ausrüstung gehört unter anderem ein modernes Radarsystem. Die Turmhöhe beträgt 25 Meter über Grund. Die Augenhöhe der Fluglotsen liegt bei 248 Meter über Normalnull bzw. 21 Meter über Grund.

Zahlen und Fakten

Flughafen Dresden

gegründet 1935  Passagiere in Mio. 1.847.166 (plus 7,2% im Vergleich zum Vorjahr) 
IATA-Code DRS  Flugbewegungen in Tsd. 35,1 
Flughafengesellschaft Flughafen Dresden GmbH Luftfracht in Tonnen 378,6 
Fläche 280 ha  Umsatz Gesamt 41,6 Mio. 
Höhe uber NN ca. 230 m  Umsatz Aviation 60% 
Entfernung zum Stadtzenzrum 9 Km  Umsatz Non-Aviation 40% 
Betriebszeiten 5:30-23:30  Ergebnis k.A.
Start- und Landebahnen 2 (2350 m x 60 m, Beton) Anzahl Mitarbeiter (Flughafen Dresden GmbH) 205   
Terminals 1
   

 Weiterführende Informationen

http://www.dresden-airport.de

https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet

http://www.lds.sachsen.de/index.asp?ID=920&art_param=126

http://www.fluggesellschaft.de/airports/DRS.flughafen-dresden/

http://www.vvo-online.de/de/auto_und_verkehr/flugverkehr/flughafen-s-bahn/index.aspx

http://www.mdf-ag.com/de/gesellschaften/airport_drs.html

http://www.dc4dd.de/P18-ILS.pdf

Autor: Elena Niederfuehr