Hamburg Airport steht noch heute auf seinem Gründungsstandort 8,5 km nordwestlich der Stadtmitte in Fuhlsbüttel und gilt deshalb als ältester Flughafen der Welt. Er ist mit einer Fläche von 570 ha der größte Flughafen Norddeutschlands, hat ein Einzugsgebiet von Süd-Dänemark bis Hannover sowie von Bremen bis Rostock und wird innerhalb von 90 Autominuten von 5,2 Mio., innerhalb von 120 Minuten gar von 7,5 Mio. Reisenden erreicht.

Der Flughafen ist linienflugorientiert und hat aktuell keine Slot-Beschränkungen. Die Betriebszeiten sind von 6 bis 23 Uhr. Verspätete Linienflugzeuge dürfen noch bis 24 Uhr landen. Für die restliche Zeit gelten Ausnahmeregelungen für Notlandungen aufgrund von technischen, meteorologischen oder sonstigen Sicherheitsrisiken sowie für Flugzeuge im Katastrophen-, medizinischen Hilfsleistungs-, Such-, Rettungs- oder dringenden polizeilichen Einsatz. Es werden 115 Non-Stopp-Verbindungen angeboten, die von 60 Airlines bedient werden. Mit einmaligem Umsteigen werden 860 Ziele erreicht. 40 Prozent aller Passagiere sind Geschäftsreisende. Hamburg Airport hat sich zum zweiten Mal in Folge den Titel der „Skytrax World Airport Awards“ in der Kategorie „Best Non-Hub Airport Europe“ gesichert, der auf Basis unabhängiger Passagierumfragen verliehen wird.

Lage des Flughafens


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Historie

Mit der Gründung der Hamburger Luftschiffhallen GmbH im Jahre 1911 beginnt die Entstehung des Flughafens. Ende der 20er Jahre ist er in ein breitgefächertes nationales und internationales Netz von Fluglinien eingegliedert und gilt als Nordwestdeutschlands bedeutendster Flughafen. 1939 wird er von der Luftwaffe beschlagnahmt, Hamburg wird zum Luftsperrgebiet erklärt und die zivile Luftfahrt kommt zum Erliegen. 1945 übernimmt die Royal Air Force den Flughafen, da den Deutschen der Betrieb durch die Alliierten untersagt ist. 1946 wird der Anschluss an den europäischen Luftverkehr unter Aufsicht des Civil Aviation Board (CAB) wiederhergestellt. Vier Jahre später fällt die Flughafenverwaltung zurück in deutsche Hand. Aufgrund des wachsenden Passagieraufkommens und der Niederlassung der Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf, heute Deutsche Lufthansa AG, werden weitere Gebäude zur Abfertigung und Wartung errichtet. Da vollgetankte und -beladene Düsenjets bislang nicht starten konnten und die LH ihren interkontinentalen Verkehr nach Frankfurt verlagert hatte, werden die beiden Bahnen verlängert. Bereits 1962 ist das Starten und Landen zwischen 23 und 6 Uhr wegen des Lärmschutzes nur in Ausnahmefällen erlaubt. Mit der Wiedervereinigung wird Hamburg zur Drehscheibe zwischen Ost und West. 1996 wird Terminal 3 zum Urlaubsterminal und beherbergt seitdem 18 Reiseveranstalter, Reisebüros und Last-Minute-Shops. Hamburg zählt mit 8,2 Mio. Passagieren zu den Top100 Flughäfen weltweit. 1997 geht der Flughafen mit seiner Homepage online. Ab 2000 heißt der Flughafen offiziell „Hamburg Airport“ und wird für 356 Mio. Euro im Rahmen des Projekts HAM21 ausgebaut und modernisiert. 2005 wird der heutige Terminal 1, früher Terminal 2, als einer der modernsten Europas eröffnet. Dies ermöglicht eine jährliche Abfertigung von 15 Mio. Passagieren. 2008 wird die Airport Plaza eröffnet, welche die Terminals 1 und 2 miteinander verbindet. Im selben Jahr erfolgt der Anschluss an das Hamburger S-Bahn-Netz.

Infrastruktur

▪ Landseite

Die Autobahn 7, die Bundesstraßen 432 und 433 sowie die Ringe 2 und 3 verlaufen unweit des Flughafens, so dass die Anfahrt aus allen Himmelsrichtungen zügig erfolgen kann. Die 12.000 Parkplätze sind ab 1,50€/15min nutzbar. Vorab ist eine Onlinereservierung über die Flughafen-Homepage möglich. Die S-Bahn Linie 1 verbindet den Flughafen im 10-min-Takt mit dem Hauptbahnhof. Die Fahrtzeit beträgt 25min. Des Weiteren fahren fünf Buslinien aus dem Stadtbereich und verschiedene Zubringerdienste aus dem Umland (bis Flensburg und Bremen) nach Fuhlsbüttel. Taxistände befinden sich vor den Terminals. Zusätzlich sind die gängigen Autovermietungen vertreten. Einen besonderen Service bietet das Valet Parking. Hierbei wird der PKW am Eingang des Terminals an einen Mitarbeiter übergeben, die Rücknahme erfolgt am Ankunftsterminal (18,50€ Servicegebühr+22€ je angefangene 24h).

▪ Terminals

Es gibt zwei viergeschossige Terminals (T1: 6.300qm, T2: 5.850qm), die über die Airport Plaza (4.900qm) miteinander verbunden sind. Zusätzlich existiert ein Geschäftsfliegerzentrum mit einem 450qm großen Terminal, wo täglich ca. 50 Starts und Landungen abgewickelt werden. Im 2005 eröffneten Terminal 1 können 8 Mio., im Terminal 2, der 1993 in Betrieb genommen wurde, 7 Mio. Fluggäste abgefertigt werden. Die dominierenden Bauelemente sind Glas und Stahl. Die Lufthansa und ihre „Star Alliance“-Partner nutzen den Terminal 2, alle weiteren Fluggesellschaften den Terminal 1. Im Erdgeschoss befindet sich jeweils der Ankunfts-, im Obergeschoss der Abflugbereich. Ebene drei und vier sind mit Konferenzräumen, Restaurants und Lounges ausgestattet. Die Plaza beheimatet die zentrale Sicherheitskontrolle sowie 45 Shops und Restaurants. In Terminal 1 und 2 befinden sich 108 Check-in-Schalter, 22 Geschäfte und Restaurants und 28 Reisebüro-Counter. An dem Fluggastpier stehen insgesamt 40 Gates zur Verfügung, an denen die Mindestumsteigezeit 35 Minuten beträgt. Im Untergeschoss der Plaza laufen die Gepäckbänder der beiden Terminals zusammen. Noch eine Etage tiefer liegt die S-Bahn-Station der Linie 1, die über Aufzüge und Rolltreppen mit der Plaza und den Terminals verbunden ist. Im Untergeschoss des Terminals 1 befindet sich ein Regenwasserspeicher, durch den sämtliche Wasserspülungen des Terminals betrieben werden, was jährlich 6,5 Mio. Liter Trinkwasser einspart. Außerdem wird die natürliche Erdwärme genutzt, um das Terminal mittels eines Thermolabyrinths zu klimatisieren, was jährlich 400 t CO2 spart. Im Untergeschoss des Terminals 2 steht eine vollautomatische Anlage zur Reisegepäckkontrolle.

▪ Luftseite

Die beiden für IFR (Instrumentenflug-Verkehr) und VFR (Sichtflug-Verkehr) zugelassenen Start- und Landebahnen sind für die Betriebsstufen CAT I (Piste 15 und 05), CAT II/IIIb (Piste 23) und LLZ DME (Piste 33) zugelassen. Der PCN ist bei allen Bahnen 65/F/A/W/T. Die Pistenanfänge sind in Betonbauweise, der längere Teil in Asphaltbauweise gefertigt. Die Abmessungen der Bahn 05/23 „Langenhorn/Niendorf“ betragen 3.250 mal 45,8 m. Die Bahn 15/33 „Alsterdorf/Norderstedt“ misst 3.666 mal 45,8 m. Somit sind beide Bahnen für Großraumflugzeuge des Typs Boeing 747 oder Airbus A380 geeignet. Das Kreuzbahnsystem erlaubt 53 Flugbewegungen pro Stunde. Wenn nur eine Piste in Betrieb ist, sind noch immer 48 Flugbewegungen pro Stunde erreichbar. Die Maschinen werden an 17 Fluggastbrücken und 36 Vorfeld-Parkplätzen abgefertigt.

Zahlen und Fakten

56.000m² Logistikfläche sind in unmittelbarer Nähe angesiedelt, davon 19.000m² direkt mit dem Vorfeld verbunden, welche mit Kühl-, Sicherheits- oder Gefahrgut-Räumen ausgestattet und somit für jede Art von Luftfracht geeignet sind. Inklusive der Mitarbeiter der Lufthansa-Basis, der Luftfahrtunternehmen, der Behörden und anderen ist der Flughafen Arbeitgeber für über 14.000 Beschäftigte.
2011 wurde Hamburg Airport nach der Airport Carbon Accreditierung (ACA) zertifiziert, was zur Emissionsverringerung von Treibhausgasen aus dem Gebäude- und Fahrzeugbetrieb in den kommenden Jahren verpflichtet. Es wird bereits Strom aus erneuerbaren Energien und Biogas verwendet, des Weiteren wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes installiert, welche 32.000 kwh/Jahr erzeugt. 2010 und 2011 erfolgte die Auszeichnung mit dem „Skytrax World Airport Award“in der Kategorie „Best Non-Hub Airport Europe“.
2001 wird die größte Lärmschutzhalle der Welt zum Testen von Turbinen unter Volllast errichtet.
Seit 1999 wird Hamburg Airport als erster Flughafen Europas für sein Umweltmanagement nach ISO 14.001 und EMAS (European Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert. Im März 1997 wurde eine Szene des James Bond-Films “Tomorrow never dies” im damaligen Terminal 4 (heute T2) gedreht.

Flughafen Hamburg

gegründet 1911  Passagiere 13,6 Mio. 
IATA-Code HAM  Flugbewegungen 158.076 
Flughafengesellschaft Flughafen Hamburg GmbH (FHG)  Luftfracht in Tonnen 67.729 t 
Fläche 570 ha  Umsatz Gesamt 253,3 Mio. € 
Höhe über NN 11 m  Umsatz Aviation 130,7 Mio. € 
Entfernung Hamburg Zentrum 8,5 km  Umsatz Non-Aviation 77,9 Mio. € 
Betriebszeiten 6 - 23 h  Ergebnis 49,2 Mio. €
Start- und Landebahnen
05/23: 3.250m x 45,8m
15/33: 3.666m x 45,8m
Anzahl Mitarbeiter 1.615   
Terminals
2 für insgesamt 15 Mio. Pax
   

Weiterführende Informationen

http://www.haminfo-terminal.com/

http://www.hamburg-airport.de/

Autor: Christine Kraushaar