Start- und Landebahn des Flughafens Frankfurt/Main
Notwendiger Ausbau mit HindernissenDer größte Flughafen Deutschlands, der Flughafen Frankfurt/Main, zählte im Jahr 2008 rund 53,5 Millionen Passagiere und 485.800 Flugbewegungen. Über die Hälfte der Passagiere entfallen auf den Umsteigeverkehr und passieren den Flughafen innerhalb von nur 35 bis 45 Minuten.
Das internationale Drehkreuz verfügt aktuell über drei Bahnen für Flugbewegungen. Hiervon können lediglich die beiden Parallelbahnen für Starts und Landungen benutzt werden. Die 45 m breite Startbahn 18 West mit einer Länge von 4.000 m darf nur in Richtung Süden für Starts genutzt werden. Sie liegt an den Schwellen der beiden Parallelbahnen, und kann deshalb nicht unabhängig betrieben werden. Die Nord- und die Südbahn verfügen jeweils über eine Länge von 4.000 m und sind 500 m voneinander entfernt. Aufgrund des geringen Abstandes ist hier ebenfalls kein unabhängiger Flugbetrieb möglich. Zwischen der Südbahn (07R/25L) mit 45 m Breite und der Nordbahn (07L/25R) mit 60 m Breite liegt eine Verschiebung gegeneinander um 225 m.
75 % der Zeit herrscht in Frankfurt Westwind, und die beiden Bahnen werden in Richtung 25 genutzt. Die verbleibenden 25 % der Tage finden die Flugbewegungen in Richtung 07, also Osten statt. Die 485.800 Bewegungen jährlich teilen sich auf die Südbahn mit ca. 150.000, auf die Nordbahn mit ca. 200.000 und auf die Startbahn West mit ca. 140.000 (nur Starts) auf. Die Parallelbahnen wurden bereits im Zeitraum 2003–2007 saniert, während sich die Startbahn West noch bis 2011 im Sanierungszustand befindet. Da keine simultane Nutzung der Start- und Landebahnen möglich ist, können nur etwa 80 Flugbewegungen pro Stunde durchgeführt werden. Dies ermöglicht trotz einer 24-Stunden-Betriebsgenehmigung eine maximale, jährliche Kapazität von 500.000 Bewegungen. Somit ist die Kapazität des Flughafens mit 485.800 Flugbewegungen fast ausgereizt und benötigt dringend eine Erweiterung. Laut einer Studie von Intraplan sind am Frankfurter Flughafen 88,3 Millionen Passagiere und 700.000 Flugbewegungen im Jahr 2020 zu erwarten. Auf Basis dieser Daten wurde bereits im Jahr 1997 der Ausbau des Flughafens gefordert. Das Genehmigungsverfahren für die geplante Landebahn Nordwest erstreckte sich bis ins Jahr 2007. Nachdem im Januar 2009 sämtliche Anträge gegen den Planfeststellungsbeschluss vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel abgelehnt worden sind, hat der Bau der neuen Bahn im Januar 2009 begonnen. Die neue Landebahn Nord-West wird parallel zur heutigen Nordbahn in Richtung Westen versetzt gebaut und soll bis Ende 2011 fertig gestellt werden. Sie soll 2.800 m lang und 1.400 m von der Nordbahn entfernt sein und nur für Landungen genutzt werden. Dadurch wird ein simultaner Betrieb der neuen Nordwestbahn und der Südbahn möglich sein, der 120 Bewegungen pro Stunde erlauben wird. Um die daraus folgenden möglichen 700.000 Flugbewegungen pro Jahr abzufertigen, entstehen außerdem ein neues Terminal, 75 Flugzeugpositionen und zusätzliche Rollbahnen.
Erläutern Sie die Start- und Landebahnkonfiguration in Frankfurt/Main!

