Fly without cry
Erstsemester-Studenten gründen erfolgreiche FirmaRund um den Globus werden seit den Anschlägen des 11. September 2001 vermeintlich gefährliche Gegenstände beim Check-In am Flughafen konfisziert. Anschließend werden pro Tag körbeweise beschlagnahmte Gegenstände vernichtet.
Im Rahmen eines Existenzgründer-Wettbewerbs der bayerischen Hochschulen gründeten zwei Studentinnen die Firma „Fly without Cry“. Die Geschäftsidee besteht in einer Dienstleistung im Check-In-Bereich am Flughafen. Konfiszierte Gegenstände aus dem Handgepäck werden an die Eigentümer zurückgeschickt. Nach einigen Verhandlungen überzeugten die Studentinnen die Flughafengesellschaft davon, dass es besser sei, all die Sachen nicht mehr zu vernichten, sondern den Passagieren auf Wunsch nachzusenden.
Viele Passagiere nehmen den Service von „Fly without cry“ dankbar an. Oft sind die beschlagnahmten Gegenstände mehrere 100 Euro wert. Aber viel wichtiger als der materielle Wert sei für die Menschen der ideelle Wert. Ein Passagier war vollkommen verzweifelt, weil er sein geliebtes Taschenmesser zurücklassen musste. Das Messer hatte ihn schon über zehn Jahre auf seinen Reisen um die ganze Welt begleitet. Manchmal sind es auch Erbstücke oder Geschenke von Kindern oder Partnern.
Für die Fluggäste kostet der Service je nach Gewicht ihres Eigentums zwischen 8 und 9 Euro Postgebühr. Die beiden Studentinnen bekommen zusätzlich pro Sendung 3,50 Euro für die Bearbeitung. 40 % bis 50 % davon bleiben den beiden am Ende als Gewinn übrig. Bezahlt werden müssen davon das Benzin für die Fahrten zum Flughafen und die vielen Umschläge. Einmal am Tag holt eine der jungen Frauen die eingetüteten Gegenstände in München bei den Mitarbeitern der SGM (Sicherheits-Gesellschaft-München) am Flughafen ab. Zwischen 60 und 130 Pakete sind das täglich. Die SGM unterstütze die Aktion gerne, weise die Passagiere darauf hin und verteile die Umschläge mit den Adresscoupons. Schließlich sind die SGM-Mitarbeiter froh, dass sie den erbosten Passagieren versprechen können, dass sie ihre Sachen zurückbekommen.
Für die Studentinnen lohnt sich dieser Service. Das Startkapital von 5 Euro für ein paar Polsterumschläge hatte sich rasch vermehrt. In den ersten vier Wochen des Wettbewerbs nutzten allein 1300 Fluggäste den neuen Service, für den die beiden Erstsemester ihre Mütter, Großmütter und Geschwister einspannten. Die jungen Unternehmerinnen verbuchten einen Umsatz von gut 6000 Euro und machten einen satten Gewinn von rund 3000 Euro. Mittlerweile werden pro Monat ca. 500 und 1000 Tütchen verpackt und von den Geschäftsfrauen und ihren drei auf Minijob-Basis beschäftigten Mitarbeitern verschickt.
Zeitweilig bemühten sie sich, auch an anderen Flughäfen eine Filiale zu eröffnen, aber mittlerweile konzentrieren sie sich lieber auf das „Kerngeschäft“, mit dem sie drei Tage die Woche beschäftigt sind. Die restliche Zeit widmen die Unternehmerinnen ihrem Studium. Deshalb können sie es verschmerzen, wenn andere ihre Idee abkupfern, aber einen Nebenjob brauchen die beiden nicht mehr.
Entwickeln Sie eine eigene realisierbare Geschäftsidee!

